Thailand

Kontrollen nach Feuer an der Ladprao-Straße: Bangkok schließt 56 Lokale

Nach dem Brand mit 35 Toten in einer Kneipe hat die Stadtverwaltung von Bangkok hunderte Betriebe kontrolliert - Dutzende müssen sofort schließen, viele weitere nachbessern.

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Kriminalermittler und Medienvertreter nach dem Brand vor dem Lokal Rong Beer Na Ladprao.

Kriminalermittler und Medienvertreter nach dem Brand vor dem Lokal Rong Beer Na Ladprao.

© Carola Frentzen/AP

Die Stadtverwaltung von Bangkok hat 56 Vergnügungsstätten vorläufig geschlossen. Das teilte Gouverneur Chadchart Sittipunt am Mittwoch mit. Nach einem Bericht der thailändischen Zeitung The Nation sind in den vergangenen drei Tagen 824 Betriebe kontrolliert worden. 217 davon erfüllten die Sicherheitsvorgaben, 551 wurden zu Nachbesserungen verpflichtet. Die Kontrollen seien eine Reaktion der Behörden auf den verheerenden Brand in einem Lokal an der Ladprao-Straße.

Das Feuer in der Kneipe Rong Beer Na Ladprao war kurz vor Mitternacht am 12. Juli ausgebrochen. Nach Angaben der Rettungsleitstelle Erawan stieg die Zahl der Toten auf 35, 21 Menschen befanden sich weiter in Krankenhäusern, davon zwölf in kritischem Zustand. Weitere 48 Verletzte wurden bereits entlassen.

Ermittler prüfen nach Angaben der Polizei den Verdacht der Fahrlässigkeit, da Notausgänge während des Brandes versperrt gewesen sein sollen. Bislang wurde niemand angeklagt, weil der Betreiber selbst im Krankenhaus behandelt wird.

Kontrollen sollen fortgesetzt werden

Insgesamt fallen nach Angaben Chadcharts 1091 Vergnügungsstätten in die Zuständigkeit der Stadt. Für die Prüfungen habe die Verwaltung eine Checkliste mit 17 Punkten entwickelt und nutze dabei ihre Befugnisse nach dem thailändischen Gesundheitsgesetz. Betreiber müssten bei technischen Anlagen wie Elektrik, Dämmung und Schallschutz künftig Bescheinigungen von Sachverständigen vorlegen. Die Kontrollen sollen über zwei Monate fortgesetzt werden.

Nach Schilderung eines beim Brand auftretenden Musikers hatte es zunächst Rauchentwicklung an einem Hauptschalter nahe der Bühne gegeben, gefolgt von einem Stromausfall und einer Explosion. Viele Gäste seien in Richtung der Toiletten im hinteren Bereich geflohen, wo es keinen Ausgang gegeben habe. Erste Untersuchungen des Katastrophenschutzes deuten laut der Zeitung Thairath auf einen Kurzschluss in einer Klimaanlage als mögliche Ursache hin.

Der Leiter des Katastrophenschutzes in Bangkok, Suriyachai Raviwan, sagte laut der BBC, die meisten Opfer seien vermutlich an einer Rauchvergiftung gestorben. Gouverneur Chadchart verwies auf leicht entflammbare Materialien in der Deckendekoration, die eine rasche Ausbreitung begünstigt haben könnten.

Sofortige Schließung bei Verstößen

Die thailändische Regierung hat den Brandschutz infolge der Katastrophe zur nationalen Priorität erklärt. Premier Anutin wies das Innenministerium an, gemeinsam mit der Stadtverwaltung Bangkok, den Kommunen, den Bauämtern und der Polizei innerhalb von 30 Tagen alle Vergnügungsstätten im Land zu überprüfen. Das teilte Regierungssprecherin Ratchada Thanadirek am Dienstag nach der Kabinettssitzung mit. Im Mittelpunkt stünden Brandschutzanlagen, Fluchtwege und die zulässige Personenzahl.

Bei Verstößen gegen geltendes Recht sollen Betriebe sofort geschlossen bleiben, bis sie die Auflagen erfüllen und eine Abnahme bestanden haben. Die Behörden wurden angewiesen, die Prüfergebnisse öffentlich zu machen. Thailand hatte bereits 2022 bei einem Brand in einer Bar südlich von Bangkok 22 Tote zu beklagen, an Neujahr 2009 starben bei einem Nachtclubbrand in der Hauptstadt 66 Menschen.

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