Wasserpolitik

Teesta-Fluss: Bangladesch holt China ins Milliardenprojekt – Indien sieht das kritisch

Dhaka bittet Peking um technische Hilfe beim Ausbau des Teesta. Im Norden Bangladeschs hängen Millionen Bauern, Fischer und Saisonarbeiter vom Wasser des Flusses ab.

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Bangladesch will China bei Projekten am Teesta einbinden.

Bangladesch will China bei Projekten am Teesta einbinden.

© Soumyabrata Roy/imago

Bangladesch und China haben eine vertiefte Zusammenarbeit beim „Projekt zur umfassenden Bewirtschaftung und Renaturierung des Teesta-Flusses" vereinbart. Das geht aus einer Mitteilung des Presseamts von Regierungschef Tarique Rahman hervor, über die die Zeitung Dhaka Tribune berichtete. Rahman und Chinas Minister für Wasserwirtschaft Li Guoying trafen demnach am Donnerstag in Peking zusammen.

Rahman habe bei dem Gespräch um chinesische technische Hilfe bei der Umsetzung des Teesta-Vorhabens gebeten, schreibt die Dhaka Tribune. Es gehe um Flussmanagement, Hochwasserschutz, Umweltschutz, Eindämmung der Uferzerstörung, Bewässerung und Binnenschifffahrt.

Li habe umfassende Kooperation zugesagt und auf eine bereits 2005 unterzeichnete Absichtserklärung verwiesen. Im vergangenen Jahr seien chinesische Wasserexperten zu bilateralen Gesprächen in Bangladesch gewesen. Der Minister habe zudem angeboten, bangladeschische Fachleute in China zu schulen.

Wasserstreit mit Indien ungelöst

Der Teesta entspringt im indischen Bundesstaat Sikkim und fließt durch Westbengalen nach Bangladesch. Ein Abkommen zur Aufteilung des Wassers zwischen beiden Ländern liegt seit 2011 auf Eis. Laut der bangladeschischen Tageszeitung The Daily Star benötigt das Teesta-Bewässerungssystem in der Trockenzeit mindestens 127 Kubikmeter Wasser pro Sekunde, um die Anbauflächen in den nördlichen Distrikten Rangpur, Lalmonirhat, Nilphamari, Kurigram und Gaibandha zu versorgen. Derzeit lägen die Zuflüsse bei rund elf Kubikmetern pro Sekunde. Millionen Bauern, Fischer und Saisonarbeiter sind dort auf den Fluss angewiesen.

Der Plan, der unter Beteiligung eines chinesischen Unternehmens entwickelt wurde, sieht laut The Daily Star umfangreiche Ausbaggerungen, den Bau von Deichen und eine Verengung des Flussbettes vor. Die Kostenschätzungen näherten sich umgerechnet einer Milliarde US-Dollar. Eine veröffentlichte Umweltprüfung sowie transparente Angaben zur Finanzierung lägen bislang nicht vor.

Indien beobachtet Pekings Rolle kritisch

Nach Darstellung des indischen Onlinemagazins The Wire hatte die von der Bangladesh Nationalist Party (BNP) geführte Regierung von Premierminister Tarique Rahman im Mai erstmals formell chinesische Beteiligung am Teesta-Projekt erbeten.

Die chinesische Beteiligung am Wassermanagement sei für Neu-Delhi besonders heikel, schreibt die staatsnahe chinesische Zeitung Global Times und verweist auf Kritik in indischen Medien an Rahmans Reise. Das Blatt argumentiert zugleich, eine dreiseitige Zusammenarbeit von China, Indien und Bangladesch am Teesta sei möglich, da China und Indien bereits bei der Überwachung grenzüberschreitender Flüsse und bei Hochwassermeldungen kooperierten.

Laut Global Times ist China seit 16 Jahren in Folge der größte Handelspartner Bangladeschs. Seit Dezember 2024 gelten für nahezu alle bangladeschischen Warenkategorien Zollbefreiungen beim Export nach China.

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