Bei zwei aufeinanderfolgenden Bombenexplosionen im Distrikt Bannu in der nordwestpakistanischen Provinz Khyber Pakhtunkhwa sind am Samstagmorgen sieben Menschen getötet und mehrere weitere verletzt worden. Das bestätigte der zuständige Polizeichef Yasir Afridi der pakistanischen Zeitung The Express Tribune. Die Zahl der Verletzten wird in den vorliegenden Berichten unterschiedlich mit fünf beziehungsweise drei angegeben.
Der erste Sprengsatz detonierte den Angaben zufolge gegen 5.20 Uhr Ortszeit im Gebiet Phang Musa Khel und traf ein privates Fahrzeug mit Insassen. Ausgelöst wurde der Anschlag laut Polizei durch eine ferngezündete Bombe. Als Verletzte in einem Auto ins Krankenhaus gebracht wurden, detonierte ein zweiter Sprengsatz, wobei zwei Helfer getötet wurden. Das berichtete die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf Polizeiquellen.
Opfer aus dem Stamm der Hathi Khel
Nach Angaben der von Xinhua zitierten Sicherheitskreise gehörten alle Toten und Verletzten dem Stamm der Hathi Khel an. Mitglieder dieses Stammes sind demnach Teil eines örtlichen Friedenskomitees, das den Einfluss der verbotenen Pakistanischen Taliban (TTP) in der Region eindämmen soll. Zu den Anschlägen bekannte sich zunächst niemand. Die Polizei schloss laut Xinhua nicht aus, dass die Opfer wegen ihres Engagements gegen militante Gruppen gezielt angegriffen wurden.
Sicherheitskräfte sperrten den Tatort ab, sicherten Spuren und nahmen Ermittlungen auf. Der Distrikt Bannu liegt nahe der Grenze zu Afghanistan und ist immer wieder Schauplatz von Anschlägen.
Staatsspitze verurteilt Anschlag
Präsident Asif Ali Zardari und Premierminister Shehbaz Sharif verurteilten den Anschlag und kündigten an, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Sharif wies die Behörden laut The Express Tribune an, den Verletzten alle medizinischen Hilfen zukommen zu lassen und den Vorfall umgehend aufzuklären. Innenminister Mohsin Naqvi sprach von einem „Akt der Barbarei".
Die Zahl der Anschläge in Pakistan ist nach Daten der Beobachtungsorganisation Armed Conflict Location & Event Data (ACLED) zuletzt deutlich gestiegen. Wie The Express Tribune unter Berufung auf ACLED berichtet, nahm sie von 658 Vorfällen 2022 auf 2425 im Jahr 2025 zu.
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