Radosavljevic sitzt in Albas Halle an der Schützenstraße und wartet auf den Beginn der morgendlichen Übungseinheit. Seit dem vergangenen Freitag befindet sich der Center wieder im Mannschaftstraining. Ob und wie lange er am heutigen Mittwoch im Eurocup gegen Cedevita Zagreb eingesetzt werden kann (Arena am Ostbahnhof, 20 Uhr), wird sich zeigen. Albas Trainer Ahmet Caki aber ist froh, dass er nun wieder über eine zusätzliche Option auf den langen Positionen verfügt. „Bogdan ist im Spiel wichtig, aber vor allem auch im Training“, sagt er.
Erschwerte Entwicklung
Radosavljevic verleiht Alba mit seinen 2,13 Metern Körpergröße Präsenz unter dem Korb und im Zusammenspiel mit dem drei Zentimeter kleineren Elmedin Kikanovic im Angriff Variationsmöglichkeiten, allerdings gibt Caki zu bedenken: „Bogdan ist ein Center, der zwei, drei Wochen braucht, um in Form zu kommen.“ Immerhin haben sie durch die verletzungsbedingten Ausfälle in der bisherigen Saison gelernt, flexibel zu reagieren. So hatte eine eigentlich negative Entwicklung auch einen positiven Effekt.
Ohne Radosavljevic und Kikanovic baute Caki auf eine kleinere, schnellere Formation mit dem 2,03 Meter großen Tony Gaffney und Malcolm Miller, 2,00 Meter. Niels Giffey rückte zwischenzeitlich zum Power Forward auf. „Von diesen Positionswechsel haben die Spieler profitiert“, sagt Carl English. „Wenn du erfolgreich auf einer anderen Position spielst, dann gibt dir das Selbstbewusstsein.“ Gleichzeitig aber sei die Entwicklung des Teams erschwert worden.
Arbeit an der Rotation
In der Verteidigung vor allem erkennt English „Bereiche, in denen wir uns verbessern können“. Die erste Rotation funktioniert gut, wird ein Berliner überlaufen, steht Hilfe bereit. „Doch die Rotationen danach müssen besser werden“, sagt English. „Das ist eine Frage des Vertrauens. Zum Beispiel: Ich helfe Peyton Siva, und weiß, dass Tony Gaffney hinter mir steht, der wiederum Niels Giffey oder Elmedin Kikanovic hinter sich weiß. Diese Abläufe stellen sich erst mit der Zeit ein.“
Zeit haben sie im Eurocup jedoch nicht im Übermaß. Der Ausfall von Radosavljevic und der von Kikanovic hat mit dazu geführt, dass Alba zum Auftakt der zweiten Runde gegen Málaga und Valencia verlor und sich nach einer neuerlichen Niederlage jetzt gegen Zagreb die Perspektive nun deutlich verschlechtern würde. „Wenn man sich selbst unter Druck setzt“, sagt Caki jedoch, „ist man nicht mehr man selbst.“ Klingt, als wäre das auch eine Erfahrung aus den zurückliegenden Wochen.
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