Baustelle der U5

Unter den Linden wegen Tunnelriss halbseitig gesperrt

Erneut zeigte sich, wie unberechenbar Berlins Untergrund ist. Durch eine unterirdische Wand sickerte Feuchtigkeit in die U5-Baustelle. Nun wird der Boden zusätzlich vereist – das hat Folgen für die Autofahrer.

Peter Neumann
2 Min
Durch diese Röhre wird sie fahren, die U 5. Die Gleise liegen dort provisorisch, auf ihnen bewegte sich der Tunnelbohrer. Die endgültige Trasse wird noch gebaut.

Durch diese Röhre wird sie fahren, die U 5. Die Gleise liegen dort provisorisch, auf ihnen bewegte sich der Tunnelbohrer. Die endgültige Trasse wird noch gebaut.

© Berliner Zeitung/ Paulus Ponizak Lizenz

Wieder einmal hat sich gezeigt, wie tückisch der Baugrund in Mitte ist. In die unterirdische Baustelle für die neue U-Bahn-Linie 5 ist erneut mehr Grundwasser eingedrungen als erwartet. Um den betroffenen Bereich vor weiteren Vorfällen dieser Art zu schützen, wird der Boden zusätzlich vereist, teilte die Projektrealisierungs GmbH U5 am Sonntag mit. Dafür muss die nördliche Fahrbahn Unter den Linden, die in Richtung Westen führt, zwischen Schadow- und Wilhelmstraße gesperrt werden – voraussichtlich schon vom heutigen Montag an. Dauer: bis zu zwei Wochen.

Schauplatz ist erneut der Untergrund vor der Russischen Botschaft. Dort enden vorläufig die Röhren der künftigen U5, die der Tunnelbohrer „Bärlinde“ im Rohbau fertig gestellt hat. Bis vor kurzem herrschte dort Überdruck. Als der Druck abgesenkt wurde, um die Maschine abbauen zu können, sickerte durch einen feinen Riss in einer unterirdischen Wand plötzlich Feuchtigkeit ein. So wurde der Druck wieder erhöht.

Bereits 2014 Havarie

Betroffen ist dieselbe Wand, die bereits 2014 bei einer Havarie eine Rolle gespielt hatte. Damals flossen Wasser und Schlamm in die unterirdische Baustelle – kurz nachdem ein Team des Schweizer Konzerns Implenia die erste Röhre vollendet hatten. Wie berichtet ermittelten Gutachter, dass die Wand, die von einer anderen Firma stammt, nicht den Anforderungen entspricht. Sie gehört zur Baustelle, nicht zum Tunnel. Die beiden Tunnelbauten sind nicht betroffen. „Sie sind dicht und haben keinen Riss“, so Heike Müller von der Projektgesellschaft.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de

Lesen Sie mehr zum Thema