Der Film „Baywatch“ kommt am Donnerstag in die Kinos. Fügen wir uns also ins Unabänderliche und erinnern an gute, alte Fernsehzeiten, daran also, was die "Rettungsschwimmer von Malibu" groß gemacht hat.
Die Ewigkeit - der Strand
Die eigentlichen Hauptakteure der Serie sind der Strand und das Meer. Ohne Sie geht gar nichts bei "Baywatch".
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Das ungefestigte Sediment, kurz: der Sand, auf dem „Baywatch“ die meiste Zeit spielt, steht im direkten mythologischen Gegensatz zu den Akteuren und der Handlung der Serie. Man könnte es auch so sagen: Unter den Füßen der sich oberflächlichen Spielen und Beziehungen hingebenden Menschheit in roter Badewäsche liegt die Ewigkeit bestehend aus Mineralkörnchen.
So sind auch alle Handlungsstränge förmlich auf Sand gebaut und werden nach rund einer halben Stunden von einer gnädigen Brandung weggespült. Wir fassen zusammen: Sand und Strand sind der Untergrund, auf dem die süßen Nichtigkeiten menschlicher Existenz funkeln. Am Ende bleibt nichts außer kristalliner Ewigkeit und salziger Gischt. (mpw.)
Die Göttin - Pamela Anderson
Es kann nur eine geben: Pamela Anderson hatte wohl gerade rettungsfrei, als dieses Bild enstand.
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Als schaumgeborene Nixe, als fleischgewordene Göttin der Neuzeit entsteigt Pamela Anderson dem Meer und es gibt nur ein Bild aus „Baywatch“, das dem Zuschauer quasi mit Hilfe der kalifornischen Sonne ins Hirn eingebrannt wurde: Wie Anderson den Strand in Zeitlupe und mit Rettungsabsicht entlangsprintet. Pamela Anderson ist zudem die einzige Kraft der Serie, sieht man einmal vom immer am Rande der Tragik entlangtaumelnden David Hasselhoff ab, der eine Weltkarriere gelungen ist.
Sei es an der Seite von in die Jahre gekommenen Krawallos wie Tommy Lee, als Veganerin, Model oder als popkulturelle Muse. Es gibt eigentlich nichts, was Pamela Anderson jemals falsch gemacht hat, es gibt wohl niemanden, der die Schachspielerin nicht sympathisch findet – der Erfolg der Serie „Baywatch“ ist ihr zu einem maßgeblichen Teil zu verdanken. (mpw.)
Der Ernstfall - die Rettungsboje
Die Baywatch- oder Torpedo-Boje ist ein bewährtes Ein-Personen-Wasser-Rettungsmittel.
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Einfach so über den Strand spurten und in die Fluten stürzen, um einem Ertrinkenden zu helfen – so einfach ist das nicht. Und bei „Baywatch“ schon gar nicht! Selbstverständlich müssen erst einmal die formschönen, knusperbraunen Bodys in Pose geworfen werden. Zudem bietet sich die Möglichkeit, zu zweit oder gar zu dritt in einem ausgelassenen Synchronstrandlauf dem Wasser entgegenzueilen: Wallende Haare, athletische Körper, entschlossene Minen in einer herrlich zweckbefreiten Choreografie.
Eben hier kommt die knallrote Rettungsboje ins Spiel, denn erst sie verleiht der allein ästhetischen Belangen verpflichteten Bademodenschau einen gewissen, nämlich existenziellen Ernst: Das auch Baywatch- oder Torpedoboje genannte Ein-Personen-Wasserrettungsmittel bezeugt, ja beweist, dass unsere Rettungsschwimmer tatsächlich Rettungsschwimmer sind. Und nicht irgendwelche Strandlaffen.
Die Boje in ihrer Hand gibt ihnen ein Ziel, eine Bestimmung, und spielt also eine tragende, wenn nicht die entscheidende Rolle bei der Sand- und Sonnensause von Malibu. (schl.)
Das Brusthaar - David Hasselhoff
In seiner Rolle als Chefbademeister Mitch Buchannon hat David Hasselhoff unzählige Leben gerettet und sich darüber hinaus aufopferungsvoll seiner Rolle als alleinerziehender Vater gewidmet. Dennoch bot er mit seiner altklugen Art auch ordentlich Nervbacken-Potenzial. Wie rebellisch erschienen gegen die brustbehaarte Stimme der Vernunft die jungen Wilden wie Eddie Kramer.
Da half es auch nichts, dass die Haltung auf dem zur Rettung ausbrausenden Speedboot stets einwandfrei war. Es ist die Tragik dieser Figur und von David Hasselhoff selbst, dass man sich permanent über sie lustig machen möchte. Man erinnere sich an das Video von „The Hoff“, in dem er volltrunken versuchte, einen Burger zu verspeisen. So eine Entgleisung, das ist allerdings sicher, hätte sich Mitch Buchannon nie geleistet. (avo.)
Der fiese Zahn - Der Hai
Hat immer Hunger, auch bei "Baywatch". Dem Hai schmecken besonders kalifornische Surferkörper gut und so ist er ein fester Bestandteil der Serie.
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Wir schreiben das Jahr 1991, im Ersten Deutschen Fernsehen läuft die 20. Folge der ersten „Baywatch“-Staffel – eine unvergessene Folge namens „Shark Derby“. Ein Restaurantbesitzer ruft darin einen Wettbewerb aus, bei dem es gilt, den größten Hai zu fangen.
Um die Fische anzulocken, lässt er heimlich Fleischreste im Meer ausstreuen. Eine Gefahr für die Badegäste – und für Rettungsschwimmerin Jill, die ihren Einsatz mit dem Leben bezahlt. Drama pur, spannungsmäßig nah dran am „Weißen Hai“. (avo.)
Die Vergeblichkeit - Carmen Electra
Carmen Electra
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An den Gute-Laune-Stränden von Malibu hat auch das Traurige seinen Platz. Allen voran müssen wir hier Carmen Electra erwähnen: Redlich hat sie sich immer bemüht, die Nachfolge der gottgleichen Pamela Anderson anzutreten.
Als Rettungsschwimmerin Lelani „Lani“ McKenzie machte sie auch eine passable Figur, brachte also die gewünschten Körperkurven mit – aber genau das wies sie allzu offensichtlich als Anderson-Ersatz aus. Carmen Electra wurde das Opfer eines durchschaubaren Casting-Kalküls. Wie undankbar, wir litten mit ihr. Stets umgab sie ein Jammer der Vergeblichkeit. (schl.)
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