Die Bedrohung ist ganz nah: Sie steht keine 30 Meter von diesem unscheinbaren Flachbau entfernt. Die Bedrohung sieht gut aus: modern, windschnittig und schön dunkelblau lackiert. An der Seitenwand des Zuges steht: „Ich bin gut fürs Klima.“ Es ist ein Triebwagen, der dort drüben auf dem Bahngelände auf dem Abstellgleis steht. Neben dem Zug gibt es nur noch ein weiteres Gleis, ein wenig Unkraut und dann einen Zaun. Und hier, hinterm Zaun, ist in Lichtenberg ein Paradies für Künstler.
Denn in den alten Ziegelbauten, die ab 1891 errichtet wurden, arbeiten schon seit Jahrzehnten keine Bahner mehr, sondern Künstler – besser gesagt: Sie arbeiteten hier. „Ich jedenfalls würde sehr gern hier und heute arbeiten“, sagt Christa Fülbier. Die 47-Jährige steht vor dem Flachbau mit Blick auf die blaue Bahn. Die Rollläden sind heruntergelassen, die Tür verschlossen. „Ich darf da nicht mehr rein“, sagt die bildende Künstlerin, die vor allem Installationen fertigt.
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Kunstszene
Bedrohtes Künstlerparadies: Verliert Berlin seinen legendären wilden Ruf?
So wie einst das Tacheles in Mitte sind nun 90 Künstler der B.L.O.-Ateliers in Lichtenberg gefährdet. Ein Fall, der viel über Verdrängung in Berlin erzählt.
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Die Feuerkünstlerin: Anja Hübschle schneidert, inszeniert Feuershows und beackert einen Garten.
© Sabine Gudath