Treptow

Befreiung vom Nationalsozialismus: Museen Treptow-Köpenick gedenken

Anlässlich der Befreiung vom Nationalsozialismus vor 80 Jahren finden folgende Veranstaltungen der Museen Treptow-Köpenick statt.

BLZ
4 Min
Das legendäre Foto vom Reichstag von Jewgeni Chaldei.

Das legendäre Foto vom Reichstag von Jewgeni Chaldei.

© Imago Images

Ab dem 16. April 1945 begann die letzte große Militäroperation der sowjetischen Truppen gegen das nationalsozialistische Deutschland. Die Stadt Berlin wurde von Süden und Norden kommend eingekesselt, wobei Sowjetische Truppen der 1. Weißrussischen Front am 21. April 1945 erstmals das Stadtgebiet erreichten. Am selben Tag wurden auch die Pankower Ortsteile Buch, Karow, Blankenburg, Blankenfelde im Norden sowie der Köpenicker Ortsteil Rahnsdorf im Südosten befreit. In den folgenden Tagen kämpften sich die Rotarmisten entlang der Spree wie auch aus anderen Richtungen bis in die Innenstadt vor. Die beiden Bezirke Treptow und Köpenick im Berliner Südosten erlebten das Kriegsende schon Tage zuvor im April. Am 8. Mai 1945 endete dann mit der Kapitulation der deutschen Wehrmacht der Zweite Weltkrieg in Europa. Für viele Berlinerinnen und Berliner waren die letzten Kriegstage bis zu den ersten Tagen in Freiheit eine Zeit des Übergangs und geprägt von Chaos, Angst und Ungewissheit.

Das Deutsche Historische Museum schreibt: Am 16. April 1945 leitete die Rote Armee mit einem Zangenangriff auf Berlin das nahe Ende des NS-Regimes ein. Die 1. Ukrainische Front unter Marschall Iwan Konew (1897-1973) überrollte die deutschen Verteidigungsstellungen an der Lausitzer Neiße südlich von Berlin, während die 1. Weißrussische Front unter Georgij K. Schukow nach verlustreichen Kämpfen auf den Seelower Höhen die Stadt im Norden umging.“ Adolf Hitler empfing noch am Nachmittag des 20. April im Bunker unter der Reichskanzlei aus Anlass seines 56. Geburtstags ein letztes Mal Teile der politischen Führung des NS-Regimes.

Nur verlustreichen Straßenkämpfen gelang es den Sowjets, in das Zentrum Berlins vorzustoßen. Am Ende hatte die Rote Armee laut Britannica etwa 350.000 Mann Verluste zu beklagen, davon etwa 100.000 Tote. Mindestens 450.000 deutsche Soldaten verloren in der Schlacht ihr Leben, schätzungsweise 300.000 Zivilisten wurden getötet oder verwundet.

Das DHM, das auf seiner Website keine Auskunft über die Zahl der Opfer der sowjetischen Truppen gibt, berichtet weiter: „Am 30. April hissten Rotarmisten auf der Spitze des zuvor von Freiwilligen der französischen Waffen-SS Einheit „Charlemagne“ verteidigten Reichstags die rote Fahne mit Hammer und Sichel. Wenige hundert Meter entfernt hatte sich Hitler Stunden zuvor in seinem Bunker das Leben genommen, nachdem er erfahren hatte, dass ein letzter Entsatzversuch der deutschen 12. Armee unter General Walther Wenck (1900-1982) einen Tag zuvor bei Potsdam abgebrochen werden musste. Am 2. Mai 1945 streckten die letzten versprengten Wehrmachtsverbände in der Stadt ihre Waffen. Eine Woche darauf unterzeichnete der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht (OKW), Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel, am 8./9. Mai im sowjetischen Hauptquartier in Berlin-Karlshorst die bedingungslose Kapitulation aller deutschen Streitkräfte.“

Am Mittwoch, den 7. Mai 2025, um 18:00 Uhr, wird im Museum Köpenick eine Veranstaltungsreihe eröffnet. Marco Brauchmann, Bezirksstadtrat für Weiterbildung, Schule, Kultur und Sport, wird die Eröffnungsrede halten. Im Anschluss wird Thomas Irmer, ein renommierter Zeithistoriker und Ausstellungskurator, einen Vortrag unter dem Titel „Übergang 1945 – Treptow und Köpenick zwischen Chaos und Neubeginn“ halten. Nach dem Vortrag erfolgt die Einweihung einer Medienstation, die historische Fotografien zum Kriegsende und Neubeginn präsentiert.

Am Donnerstag, den 22. Mai 2025, um 18:00 Uhr, findet in der Mittelpunktbibliothek Köpenick eine szenische Lesung statt. Die Lesung mit dem Titel „Übergang – vom Chaos zum Neubeginn“ wird Berichte von Zeitzeugen sowie Archivfotografien des Museums beinhalten.

Ein weiterer Vortrag ist am Donnerstag, den 26. Juni 2025, um 18:00 Uhr, in der Mittelpunktbibliothek Köpenick geplant. Beate Kosmala, eine Historikerin mit zahlreichen Publikationen zum Thema „Stille Heldinnen und Helden“, wird über „Stille Helden in Köpenick – Die Rettung einer jüdischen Familie“ referieren. Kosmala war auch als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Dauerausstellung der Gedenkstätte Stille Helden beteiligt. Für alle Veranstaltungen ist der Eintritt frei, und es ist keine vorherige Anmeldung erforderlich.

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