Zahlreiche Mitarbeiter des Lieferdienstes Getir stehen vor der Entlassung. Am Dienstagvormittag hat eine Mitarbeiterversammlung stattgefunden, auf der über geplante Kürzungen informiert wurde.
In einem Statement teilte Getir mit, man wolle „die Organisation des Unternehmens global restrukturieren“. Dies habe 2500 Entlassungen zur Folge. Die Zahl der Beschäftigten insgesamt in den fünf Ländern, in denen Getir weiterhin arbeitet (Türkei, Großbritannien, Deutschland, die Niederlande und USA) betrage bisher etwa 23.000. Der Lieferdienst hatte in den letzten Wochen angekündigt, sich aus Ländern wie Frankreich, Italien, Spanien und Portugal zurückzuziehen.
Einem Business Insider-Bericht zufolge seien alle Bereiche des Unternehmens von Sparmaßnahmen betroffen. Etwa wolle sich Getir aus einigen Städten in Deutschland gänzlich zurückziehen. Hierzu gab Getir am Dienstagmittag keine Auskunft.
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Getir hatte Gorillas gekauft – zu einem zu hohen Preis?
Lebensmittellieferdienste hatten in der Corona-Pandemie eine Hochzeit erlebt. Zuletzt hatten sich die Geschäfte aber stark verschlechtert. Die Branche leidet besonders unter der hohen Inflation. Im Nachbarland Frankreich zogen sich Getir und Gorillas – ein weiterer Lieferdienst, den Getir im vergangenen Jahr übernommen hatte – gänzlich zurück. Grund waren dort auch gesetzliche Änderungen, die sich auf ihr Geschäftsmodell auswirkten.
Dem Bericht von Gründerszene und Business Insider zufolge spielt auch die Gorillas-Übernahme eine Rolle: „In Gesprächen äußerten mehrere Personen aus dem Unternehmensumfeld von Getir den Verdacht darüber, dass man angesichts der tatsächlichen Zahlen von Gorillas im Nachhinein einen zu hohen Preis für das Unternehmen bezahlt habe.“ Nun seien Sparmaßnahmen nötig.
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