Wirtschaftsforum

„Bei Tesla waren es genau 861 Tage“: Dietmar Woidke warnt vor Bürokraten-Republik

Brandenburgs Ministerpräsident Woidke eröffnet das Ostdeutsche Wirtschaftsforum 2026. Dabei schickt er drei Warnungen nach Berlin und Brüssel.

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Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) eröffnet das Ostdeutsche Wirtschaftsforum 2026 in Bad Saarow.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) eröffnet das Ostdeutsche Wirtschaftsforum 2026 in Bad Saarow.

© Hochstätter/BLZ

In Bad Saarow hat Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) das Ostdeutsche Wirtschaftsforum 2026 eröffnet. Doch dabei beließ er es nicht. Woidke schickt drei klare Botschaften in Richtung Berlin und Brüssel.

Zum Ersten sei laut Woidke das deutsche Energiesystem zu ineffizient. Man halte es mit Milliarden-Subventionen am Laufen, damit Haushalte und Wirtschaft gerade noch so die hohen Strompreise stemmen könnten. Gleichzeitig verschwende man Monat um Monat Unmengen Strom, wenn man Wind- und Solarenergieanlagen herunterregeln müsse. Woidke: „Wir müssen unsere erneuerbaren Energien besser und stärker regional nutzen.“ Mit regionalen Strompreisen kämen viele ostdeutsche Länder dann weit unter die derzeit hohen Marktpreise für Gesamtdeutschland.

Dietmar Woidke: „Bei Tesla waren es genau 861 Tage“

Zum Zweiten, so Woidke: „Wir müssen lernen, etwas weniger Lenin zu wagen.“ Mit dem Lenin-Motto „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ behinderten deutsche und Brüsseler Behörden die Wirtschaft immer stärker. So werde es immer schwieriger, die nötige Geschwindigkeit zu erzielen. Aber es gehe auch anders: Woidke nutzte das Beispiel Tesla in Grünheide, um zu zeigen, dass man auch in nicht einmal zweieinhalb Jahren eine Auto-Fabrik aus dem Boden stampfen kann. Woidke: „Bei Tesla haben wir von der Vertragsunterschrift mit Elon Musk bis zum ersten ausgelieferten Auto genau 861 Tage gebraucht. Das zeigt: Es geht, wenn alle mitmachen.“

Zum Dritten müsse man Forschung und Entwicklung weiter stärken, um so die Basis für Fortschritt zu legen. Diesen Rückstand habe der Osten nach der Wende mühsam wieder aufgeholt, nachdem die Treuhand vieles zerstört habe.

Im Osten weiß man, dass man besser sein muss

„Dass wir die Wirtschaft am Wachsen halten, ist das Wichtigste. Das wissen aber auch alle anderen ostdeutschen Ministerpräsidenten.“ Denn ohne Wirtschaftswachstum könne es auch keinen starken Sozialstaat geben, so Woidke: „Wir im Osten wussten immer, dass wir besser sein müssen als andere. Dieses Denken würde ich mir heute auch für ganz Deutschland wünschen.“

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