Politik

Trotz Altersarmut: So viel Rente kassieren Bundestagsabgeordnete

Bundestagsabgeordnete müssen sich wohl keine Sorgen um Altersarmut machen. Denn obwohl sie keine Rentenbeiträge zahlen, haben sie einen Rentenanspruch.

Team News Charlotte Pfeifer cp/dpa
2 Min
Obwohl Bundestagsabgeordnete keine Rentenbeiträge zahlen, haben sie einen hohen Rentenanspruch.

Obwohl Bundestagsabgeordnete keine Rentenbeiträge zahlen, haben sie einen hohen Rentenanspruch.

© Michael Kappeler/dpa

Bundestagsabgeordnete bekommen deutlich mehr Rente ausgezahlt, als die meisten deutschen Arbeitnehmer nach Abschluss ihrer Karriere – und das, obwohl sie keine Rentenbeiträge bezahlen. Um Politikern in Deutschland eine angemessene Altersvorsorge zu ermöglichen, erhalten sie statt der regulären Rente eine Altersentschädigung. Wie auf der Webseite des Deutschen Bundestags zu lesen ist, beträgt diese Altersentschädigung 2,5 Prozent des Gesamteinkommens.

Bereits nach einem Jahr Mitgliedschaft haben Abgeordnete demnach Anspruch auf die Altersentschädigung. Mit jedem weiteren Jahr der Mitgliedschaft steigt der Prozentsatz um 2,5 Prozent an. Bei 65 Prozent des Einkommens erreicht der Anspruch auf Altersentschädigung seine Grenze.

Deutlich mehr Ältere im Job – auch wegen niedriger Rente?

Wie viel das wirklich ist, zeigt ein einfaches Beispiel: Laut der Webseite des Bundestags verdienen alle Bundestagsabgeordneten monatlich rund 10.591,70 Euro. Ist ein Abgeordneter ein Jahr Mitglied, steht ihm bereits ein Rentenanspruch von 264,80 Euro pro Monat zu. Im Vergleich: Bei einem durchschnittlichen Verdienst steigt die Rente des deutschen Durchschnittsbürgers monatlich um rund 34 Euro. Nach vier Jahren im Amt würde dem Bundestagsabgeordneten bereit 1059 Euro zustehen. Acht Jahre im Amt lässt die monatliche Auszahlung auf rund 2118 Euro ansteigen. Der deutsche Durchschnittsrentner kommt bei 35 Versicherungsjahren auf gerade mal 1384 Euro – und viele deutsche Rentner können selbst davon nur träumen.

Berechnungen des Statistischen Bundesamtes auf Anfrage der Linken hatten Anfang des Jahres gezeigt, dass 42,3 Prozent der Rentnerinnen und Rentner mit einem Netto-Einkommen von unter 1250 Euro auskommen müssen. Von den knapp 7,5 Millionen Betroffenen sind mehr als 5,2 Millionen Frauen. In Deutschland gehen immer mehr ältere Menschen im Alter zwischen 63 und 67 Jahren einer Beschäftigung nach. Ob das mit eben dieser geringen Rentenauszahlung zu tun hat, ist nur spekulierbar.

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