Fußballtrainer wollen immer für alle Eventualitäten gewappnet sein. Die Plätze auf der Ersatzbank sind stets so verteilt, dass der jeweilige Coach auf eine Gegebenheit im Spiel umgehend reagieren kann, ohne das komplette System umstellen zu müssen oder Spieler hin und her zu schieben. Positionsgetreuer Wechsel, so heißt es im Fachjargon.
Beim souveränen Pokal-Auftritt des 1. FC Union Berlin gegen Astoria Walldorf (4:0) hatte Urs Fischer auf jeder Position mindestens einen Spieler in der Hinterhand. Mit Ausnahme der des linken Schienenspielers. Während Christopher Trimmel auf der rechten Seite Josip Juranovic herausfordert und ein nahezu gleichwertiger Back-up des Kroaten ist, spielt Jérome Roussillon auf der anderen Seite des Platzes konkurrenzlos. Tim Skarke ist gut genug, um in einem Trainingsspiel die linke Bahn zu beackern, nach Ansicht des Trainers aber eben nicht, um in einem Pflichtspiel diese Position einzunehmen.
Seriös, aber glanzlos: 1. FC Union Berlin nimmt erste Pokalhürde
Laut Medien: 1. FC Union Berlin vor einer Verpflichtung von Robin Gosens
In Walldorf stand Skarke nicht im Kader. Fast aberwitzig, dass Fischer stattdessen mit Jordan Siebatcheu, Benedict Hollerbach und Mikkel Kaufmann gleich drei Stürmer mit in sein Aufgebot nahm, wo er mit Kevin Behrens, David Fofana und Sheraldo Becker doch schon drei Angreifer von Beginn an auf den Rasen geschickt hatte. Erwartbar, dass beim Regionalligisten in der zweiten Halbzeit nicht noch zwangsweise mehr Tore benötigt wurden.
So kam Siebatcheu zumindest noch zu 25 Minuten Einsatzzeit als das Spiel längst entschieden war. Hollerbach und Kaufmann kamen überhaupt nicht zum Einsatz. Auf der linken Seite spielte Roussillon 90 Minuten - sehr solide und unaufgeregt, wie eigentlich immer - doch einen ernsthaften Plan B gibt es aktuell nicht, falls sich der Franzose verletzt oder gesperrt ausfallen sollte.
1. FC Union Berlin und Robin Gosens sollen sich einig sein
Vor dem Bundesliga-Start gegen den FSV Mainz 05 (Sonntag, 15.30 Uhr) wird es dringend Zeit für die Ankunft eines neuen Profis für die linke Seite. Einem, dem Fischer vertraut. Einer, der das Niveau des Teams noch weiter anhebt. Die Gespräche mit Robin Gosens, so berichten mehrere Medien übereinstimmend, sollen weit fortgeschritten sein. Der Nationalspieler soll in dieser Woche einen Vertrag in Berlin-Köpenick unterschreiben.
Keine Frage: Der 29-Jährige würde sofort weiterhelfen. Erst vor zwei Monaten stand er mit Inter Mailand im Champions-League-Finale, darüber hinaus bringt er die Erfahrung von 16 Länderspielen mit. Gar in 160 Partien lief er in der Serie A für die Nerazzurri und zuvor für Atalanta Bergamo auf.
Neben Skarke dürften derweil auch Dominique Heintz und Milos Pantovic ihre Zukunft nicht in Köpenick sehen. Für die Abwehr hatte Fischer statt Heintz zum Erstrunden-Spiel Paul Jaeckel als Alternative mitgenommen, im zentralen Mittelfeld hat Pantovic, der vergangenen Sommer von Ligakonkurrent Bochum an die Alte Försterei gekommen war, keine Aussicht auf Einsätze. Das Trio hat unter Fischer keine reelle Chance.
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