Konflikt um erzwungene Flugzeug-Landung

Belarus: Fluggesellschaft Belavia stellt Flüge nach Deutschland ein

Auch Berlin ist betroffen. Hintergrund ist eine Entscheidung der EU, künftig keine Starts und Landungen von belarussischen Fluggesellschaften mehr zu erlauben.

Team News dpa/kmi
2 Min
Die Fluggesellschaft Belavia fliegt vorerst nicht mehr nach Deutschland.

Die Fluggesellschaft Belavia fliegt vorerst nicht mehr nach Deutschland.

© AP/Mindaugas Kulbis

Hintergrund ist eine Entscheidung der EU, künftig keine Starts und Landungen von belarussischen Fluggesellschaften und keine Überflüge mehr zu erlauben. Mehrere europäische Länder hatten seit Anfang der Woche bereits Verbote ausgesprochen. Nun legte Belavia selbst nach. Unter anderem auch die Ukraine und die Schweiz haben den Flugverkehr mit Belarus eingestellt. Verbindungen aus Minsk gibt es allerdings etwa mit Russland, weiteren Ex-Sowjetrepubliken und mit der Türkei.

Flugverbote Reaktion auf Zwangslandung von Ryanair-Maschine

Die Flugverbote sind eine Reaktion auf die Zwangslandung einer Ryanair-Maschine am Sonntag in Minsk, die von einem Kampfjet des Typs MiG-29 auf den Boden gebracht wurde. Belarus zwang das Flugzeug zur Landung, um Gegner von Machthaber Alexander Lukaschenko festzunehmen. An Bord der Maschine waren der Blogger und politische Aktivist Roman Protassewitsch und seine Freundin Sofia Sapega. Beide wurden festgenommen.

Das Menschenrechtszentrum Wesna in Minsk erklärte den 26-Jährigen und die 23 Jahre alte russische Studentin zu politischen Gefangenen. Beide hatten im Nachrichtenkanal Telegram gegen Lukaschenko gerichtete Informationen veröffentlicht, auch persönliche Angaben zu Uniformierten der Geheim- und Sicherheitsdienste, die brutal gegen Andersdenkende vorgehen. Lukaschenko nennt seine Gegner „Terroristen“.

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