Insekten-Schmuggel

Beliebte Haustiere: Chinese versucht, 2000 Ameisen aus Kenia zu schmuggeln

Im Gepäck eines Mannes entdecken die kenianischen Behörden Tausende Ameisen. Die Behörden vermuten ein Schmugglernetzwerk. Warum sind die Tiere so beliebt?

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Ameisen im Masai Mara Park in Kenia (Symbolbild)

Ameisen im Masai Mara Park in Kenia (Symbolbild)

© imageBROKER/Lacz Gerard/imago

Ein 27 Jahre alter chinesischer Staatsbürger ist am Jomo Kenyatta International Airport in Nairobi festgenommen worden, weil er versucht haben soll, mehr als 2000 Königin-Gartenameisen außer Landes zu schmuggeln. Er wurde bei einer Sicherheitskontrolle abgefangen, nachdem Behörden eine große Anzahl der Tiere in seinem Gepäck entdeckten, wie unter anderem die BBC berichtet.

Ermittler gaben einem Reuters-Bericht zufolge an, in seinem Gepäck insgesamt 2238 Ameisen gefunden zu haben. 1948 Tiere waren demnach in speziellen Reagenzgläsern verpackt, die restlichen rund 300 Ameisen in drei Rollen Toilettenpapier versteckt. Der Mann sei seit zwei Wochen in Kenia und habe drei Komplizen genannt, die ihn mit den Ameisen versorgt hätten, erklärten die Ermittler weiter.

Wachsende Nachfrage nach Ameisen in Europa und Asien

Hinter dem Schmuggel steht dem Bericht zufolge eine wachsende Nachfrage nach Ameisen in Europa und Asien. Private Sammler zahlen hohe Summen, um Ameisenkolonien in sogenannten Formikarien zu halten – transparenten Behältern, die Einblicke in die komplexen Sozialstrukturen der Insekten ermöglichen.

Die Behörden bringen den 27-Jährigen laut BBC mit einem Schmugglernetzwerk in Verbindung, das bereits im vergangenen Jahr in Kenia aufgeflogen war. Damals waren vier Männer – zwei Belgier, ein Vietnamese und ein Kenianer – am selben Flughafen mit rund 5000 Insekten festgenommen und später zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Die Belgier erklärten laut BBC, ihnen sei nicht bewusst gewesen, dass das Sammeln der Ameisen illegal ist.

Der 27-jährige chinesische Staatsbürger steht nun unter Verdacht, der Drahtzieher des Netzwerks zu sein. Nach Behördenangaben sei er aber offenbar letztes Jahr mit einem anderen Pass zunächst aus Kenia geflohen. Ein Gericht erlaubte der Staatsanwaltschaft, ihn für fünf Tage in Haft zu behalten, damit weitere Ermittlungen durchgeführt werden können.

Ameisen-Schmuggel mit internationaler Dimension

Die staatliche Organisation Kenya Wildlife Service (KWS) teilte laut Reuters mit, dass am Dienstag in Bangkok eine ähnliche Lieferung geschmuggelter Ameisen aus Kenia abgefangen worden sei – ein weiterer Hinweis auf die internationale Dimension des Handels.

Die KWS bezeichnete die Verurteilung der vier Schmuggler im vergangenen Jahr als wegweisend und betonte laut BBC die ökologische Relevanz der Tiere: Ihre Entnahme aus dem Ökosystem könne die Bodengesundheit und die biologische Vielfalt erheblich beeinträchtigen.

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