Medienberichten zufolge hat Israels Premierminister Benjamin Netanjahu einen Regierungspartner verloren. Im Streit um die Wehrpflicht für streng religiöse Männer hat die ultraorthodoxe Schas-Partei mitgeteilt, sie gebe alle ihr Posten in der Regierung auf. Der Opposition werde sie sich aber auch nicht anschließen.
Zu Beginn der Woche war bereits die Partei Vereinigtes Tora-Judentum UTJ aus der Regierung ausgetreten. Dadurch war die Mehrheit von Netanjahus Regierung im Parlament auf das Minimum von 61 Sitzen geschrumpft. Was der Rückzug der Schas-Partei für die Mehrheiten im Parlament bedeutet, war zunächst unklar.
Im vergangenen Jahr wurde in Israel eine Ausnahmeregelung im Obersten Gericht gekippt, nach der Tora-Studenten von der Wehrpflicht befreit sind. Die Armee will in den kommenden Wochen nun etwa 54.000 ultraorthodoxe Männer zum Wehrdienst einziehen. Die streng-religiösen Parteien hatten gefordert, die Ausnahmeregelung zurückzubringen.
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