Die Differenzen aber treten nach dem Offenbarungseid vom Mai, als der Starttermin erneut verschoben und das Planungschaos unübersehbar wurde, immer klarer zu Tage. Berlin und sein oberster Flugaufseher Klaus Wowereit sind vornehmlich daran interessiert, weiteren Image-Schaden und Zusatzkosten Kosten zu vermeiden. Diesen Zielen soll sich alles unterordnen – auch die Anwohner, die Fluglärm fürchten und bisher weder nennenswerte Hilfe noch juristische Klarheit bekommen haben. Der Beschluss, gegen die gerichtlichen Schallschutzregeln zu klagen, verlängert die Unsicherheit vermutlich um Jahre.
Die Brandenburger Regierung unter Wowereits Parteifreund Matthias Platzeck wiederum muss nichts mehr fürchten als diesen Schwebezustand und den Unmut, der daraus entsteht. Es sind ja nicht nur ein paar Bürgerinitiativen und Kleinparteien, die den Lärmschutz über Kostenerwägungen stellen. Auch Platzecks Koalitionspartner beginnt allmählich zu meutern. Die Linkspartei, deren Basis ohnehin murrt, will beim Flughafenbau offenbar nicht mehr jeden faulen Kompromiss mitmachen.
Schon der Versuch, die technischen Probleme unter der Decke zu halten, hat erheblich zum Bau-Chaos beigetragen. Nun könnte das Bemühen, politische Einigkeit zu simulieren, nach hinten losgehen. Schallschutz hat da seine Grenzen, wo Differenzen zu klären sind – bei Bedarf lieber lautstark als gar nicht.
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