Bei Protesten 2022

Bericht: Aktivistin getötet - Irans Justiz dementiert

Der Tod der jungen Nika Schakarami sorgte bei den Protesten im Herbst 2022 für großes Entsetzen. Eine investigative Recherche wirft neues Licht darauf, wie s...

dpa
2 Min
ARCHIV - Demonstration im September 2022 nach dem Tod der 22-jährigen Mahsa Amini.

ARCHIV - Demonstration im September 2022 nach dem Tod der 22-jährigen Mahsa Amini.

© Uncredited/AP/dpa

Laut der investigativen Recherche hatten drei Mitglieder der Sicherheitskräfte die junge Frau damals in einem Lieferwagen sexuell attackiert. Als Schakarami sich zu wehren versuchte, hätten die Männer auf sie eingeschlagen, was schließlich zu ihrem Tod führte. Zuvor hatte die Aktivistin an Demonstrationen teilgenommen. Auf einem später viel geteilten Video in den sozialen Medien ist Schakarami zu sehen, wie sie Kopftücher anzündete - ein Symbol des Protests damals gegen das System der Islamischen Republik.

Sicherheitskräfte hatten sie gefilmt und daraufhin identifiziert, wie die BBC weiter schrieb. Dass der Vorgang der mutmaßlichen sexuellen Attacke und Tötung nun öffentlich gemacht wurde, liegt an einer internen Untersuchung der mächtigen Revolutionsgarden. Aus den Dokumenten soll hervorgehen, wie die Sicherheitskräfte damals den Tod der jungen Frau versucht hatten zu vertuschen. Die Echtheit ließ sich unabhängig nicht verifizieren.

Familienmitglieder widersprechen offizieller Erklärung

Irans Justiz wies den Bericht am Dienstag entschieden zurück und warf den Medien im Westen Stimmungsmache gegen die Islamische Republik vor. In einem Artikel des Justizportals Misan hieß es zudem, dass Schakarami nicht bei den Demonstrationen ums Leben gekommen sei. Im Herbst 2022 hatte die Polizei erklärt, die junge Frau sei von einem Hochhaus gestürzt, ihre Leiche erst am nächsten Tag von den Nachbarn entdeckt worden. 

Familienmitglieder hatten dieser Darstellung früh widersprochen und Zweifel an der offiziellen Erklärung geäußert. Sie machten den Geheimdienst für ihren Tod verantwortlich.

Im Herbst 2022 hatte der Tod der jungen Kurdin Jina Mahsa Amini die schwersten Proteste in der Geschichte der Islamischen Republik ausgelöst. Monatelang gingen vor allem junge Menschen auf die Straßen, um gegen das islamische Herrschaftssystem zu demonstrieren. Amini soll ihr Kopftuch falsch getragen haben, war von den berüchtigten Sittenwächtern festgenommen worden und kurz darauf gestorben. Eine Expertenkommission im Auftrag der UN kam zu dem Schluss, dass körperliche Gewalt nach der Festnahme zu ihrem Tod führte.

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