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Bericht: China stationiert zu Drohnen umgebaute Kampfjets nahe Taiwanstraße

China baut alte Kampfflugzeuge zu Drohnen um. Hunderte von ihnen sollen einem Bericht zufolge auf Stützpunkten nahe der Taiwanstraße stationiert sein.

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Ein umgebautes J-6-Flugzeug bei einer Ausstellung im Jahr 2025 in China

Ein umgebautes J-6-Flugzeug bei einer Ausstellung im Jahr 2025 in China

© VCG/imago

China hat offenbar zu Drohnen umgebaute, veraltete Überschalljäger des Typs J-6 auf mindestens sechs Luftwaffenstützpunkten in Nähe zur Taiwanstraße stationiert. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Angaben des „China Airpower Tracker“, der vom in den USA ansässigen Forschungsinstitut Mitchell Institute for Aerospace Studies veröffentlicht wird.

Satellitenbilder der betreffenden Flugplätze in den Provinzen Fujian und Guangdong zeigen demnach Reihen von Flugzeugen, die der Form der J-6 entsprechen. Dieser Flugzeugtyp, der auf dem sowjetischen Jagdflugzeug MiG-19 basiert, war laut Reuters seit den 1960er Jahren in China im Einsatz.

Drohnen könnten Luftverteidigung überlasten

Die chinesische Armee hatte die Drohne laut einem Bericht der South China Morning Post im vergangenen Jahr vorgestellt, Spekulationen über eine Umrüstung der J-6-Flugzeuge gab es jedoch schon vorher. Das National Institute for Defense Studies in Japan identifizierte im März anhand von Satellitenbildern ebenfalls eine zunehmende Präsenz der umgebauten Flugzeuge auf einigen chinesischen Militärstützpunkten, wie das Portal Army Recognition berichtete.

J. Michael Dahm, Senior Fellow am Mitchell Institute, erklärte laut Reuters, dass China schätzungsweise mehr als 200 der Drohnen nahe der Taiwan-Straße stationiert habe, die in umgebauter Form als J-6W bezeichnet werden. Für den Bericht griff das Institut auf Daten aus öffentlich zugänglichen Informationen und kommerziellen Satellitenbildern zurück.

Die umgebauten Jets könnten laut Dahm in der Anfangsphase eines möglichen Angriffs auf Taiwan eingesetzt werden und dabei nicht wie klassische Drohnen, sondern eher wie Marschflugkörper genutzt werden. „Sie werden Taiwan, die USA oder verbündete Ziele in großer Zahl angreifen und so die Luftverteidigung effektiv überfordern“, sagte er.

Peter Layton, ein pensionierter Offizier der australischen Luftwaffe, beschrieb das Szenario dem Bericht zufolge als „Albtraum für die Luftverteidigung“. Die Verteidigung gegen die J-6W-Drohnen sei demnach kostspielig, da kleine Abfangdrohnen, wie sie etwa die Ukraine gegen Russland einsetzt, voraussichtlich wirkungslos wären.

Bei der Präsentation einer J-6W-Drohne während der Changchun Air Show im vergangenen September hieß es laut Reuters auf einer Informationstafel, Bordkanonen und sonstige Ausrüstung seien entfernt und ein automatisches Flugsteuerungssystem sowie geländeorientierte Navigationstechnologie hinzugefügt worden. Man könne die Drohne, die laut der Tafel 1995 ihren ersten Testflug absolvierte, unter anderem als Angriffsflugkörper oder Trainingsziel nutzen.

Taiwan will neue Drohnenabwehrsysteme beschaffen

Peking betrachtet Taiwan als eigenes Territorium und hat den Einsatz militärischer Gewalt nie ausgeschlossen. Taiwan weist die Ansprüche Chinas zurück. Ein hochrangiger taiwanesischer Sicherheitsbeamter sagte laut Reuters ebenfalls, der Zweck der Drohnen bestehe darin, „Taiwans Luftverteidigungssysteme in der ersten Angriffswelle zu überlasten“. Das taiwanesische Verteidigungsministerium legte dem Parlament diese Woche Pläne zur raschen Beschaffung neuer Drohnenabwehrsysteme vor.

Der US-Geheimdienst teilte im März 2026 mit, dass China nach seiner Einschätzung derzeit keine Invasion Taiwans im Jahr 2027 plane. Ein Jahresbericht des US-Verteidigungsministeriums von Ende 2025 kam hingegen zu dem Schluss, China wolle bis Ende 2027 in der Lage sein, einen Krieg gegen Taiwan zu führen und zu gewinnen.

Das chinesische Verteidigungsministerium und das Büro für Taiwan-Angelegenheiten reagierten nicht auf Anfragen von Reuters. Auch das Pentagon gab keine Stellungnahme ab.

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