Iran-Krieg

Bericht: Iran erwägt Angriffe auf Ziele in Europa – diese Länder stehen im Raum

Iran plant laut einem Medienbericht Angriffe auf amerikanische Einrichtungen in Europa. Welche Länder gelten als mögliche Ziele?

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Eine iranische Rakete wird gestartet. Teheran droht, seine Angriffsziele auf Europa auszuweiten.

Eine iranische Rakete wird gestartet. Teheran droht, seine Angriffsziele auf Europa auszuweiten.

© Iranian Defense Ministry/AP

Der Iran hat laut einem Bericht der Financial Times Angriffe auf US-Militärziele in Europa erwogen. Zwei Insider aus dem Umfeld der Führung in Teheran sagten der Zeitung demnach, iranische Streitkräfte hätten Schläge gegen US-Einrichtungen in südosteuropäischen Ländern durchgespielt – vor allem in Bulgarien und auf Zypern.

Damit könnte sich der Konflikt zwischen Washington und Teheran über den Nahen Osten hinaus ausweiten. Bestätigt sind kronkrete Pläne nicht: Es geht um Erwägungen und Drohungen für den Fall einer erneuten Eskalation.

Welche US-Ziele in Europa der Iran wohl erwogen hat

Bulgarien genehmigte im vergangenen Monat die Nutzung seines Luftwaffenstützpunkts Bezmer für US-Tankflugzeuge. Das rückte das Land nach Angaben der Insider in den Kreis möglicher Ziele.

Auch Zypern kam demnach infrage. Dort war im März ein britischer Luftwaffenstützpunkt von einer Drohne getroffen worden.

Zusätzlich hätten die Streitkräfte laut Financial Times Angriffe auf Glasfaser-Seekabel in der Straße von Hormus geprüft. Ein Treffer könnte die Telekommunikation erheblich stören.

Warum Teheran mit einer Ausweitung des Kriegs droht

Die Revolutionsgarden und weitere Militärs hätten gewarnt, der Iran werde in einem neuen offenen Konflikt nicht mehr nur Ziele im Nahen Osten angreifen.

Bereits im vergangenen Monat drohten die Garden Großbritannien wegen der amerikanischen Nutzung britischer Stützpunkte. Laut Financial Times hieß es: „Jede Basis, die für einen Angriff auf iranisches Territorium genutzt wird, gilt als legitimes Ziel.“

Ob der Iran reagiere, hänge vom Vorgehen Washingtons ab, sagten die Insider. Der zweite erklärte der Zeitung: „Sollten die USA zu weit gehen, wird sich der Iran um jeden Preis verteidigen, über die Region hinausgehen und auch Europa treffen.“

Wie real ist die Gefahr für Europa? Das sagen Militärexperten

Sidharth Kaushal vom Londoner Thinktank Royal United Services Institute nannte die Bedrohung durch iranische Raketen für Europa laut Financial Times „real, aber begrenzt“.

Der Iran könne Mittelstreckenraketen wie die Schahab-Reihe gegen US-Anlagen in Süd- und Südosteuropa einsetzen. Auf größere Entfernungen dürften sie kaum Schaden anrichten. Aussichtsreicher sei es für Teheran, über Stellvertreter zu arbeiten – etwa schiitische Milizen im Irak, die Hisbollah im Libanon und die Huthi im Jemen.

Douglas Barrie vom International Institute for Strategic Studies verwies auf die Angriffsversuche kürzlich auf Diego Garcia. Sie deuteten auf Waffen mit mehr als 2000 Kilometern Reichweite hin. Wie viele der Iran besitze und ob er sie einsetze, sei offen.

Diego Garcia und Jordanien: Was der Iran bereits gezeigt hat

In den Wochen nach Kriegsbeginn im Februar hatte Washington Teheran vorgeworfen, mehrere Raketen auf den rund 4000 Kilometer entfernten US-britischen Stützpunkt Diego Garcia im Indischen Ozean abgefeuert zu haben. Keine erreichte ihr Ziel.

Im März fing die Nato nach türkischen Angaben mehrere aus dem Iran abgefeuerte ballistische Raketen ab. Bei der Drohne, die den Stützpunkt Akrotiri auf Zypern traf, vermuteten westliche Vertreter damals verbündete Kräfte in der Region als Urheber, nicht Teheran selbst.

Den bislang präzisesten Angriff auf große Distanz sehen die Insider in einem Schlag auf einen US-Stützpunkt in Jordanien im vergangenen Monat, bei dem drei US-Soldaten getötet wurden.

„Das war auch eine Botschaft an Europa: Es kann Raketen abbekommen, also sollte es wissen, wo es in diesem Krieg steht“, sagte der erste Insider der Financial Times.

Keine Gespräche, Hardliner an der Macht

Derweil liegen die Verhandlungen zwischen Washington und Teheran offenbar auf Eis. Trump sagte am Dienstag, es gebe keine Gespräche und keine geplanten Termine mit dem Iran.

Eine im Juni geschlossene Absichtserklärung war laut Financial Times im vergangenen Monat zerbrochen. Das darin gesetzte 60-Tage-Fenster lief am Montag aus; Trump will es nicht verlängern.

Straße von Hormus und Emirate: Die Lage am Golf spitzt sich zu

Zentraler Streitpunkt bleibt die Straße von Hormus. Trump erklärte, die Meerenge sei offen und unter US-Kontrolle; der Iran hält sie für gesperrt. Nach Kpler-Daten, auf die sich CNN beruft, nahmen zuletzt mehr als 80 Prozent der Schiffe die von den Vereinten Nationen genehmigte Route entlang der omanischen Küste.

Die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten am Dienstag zwei aus dem Iran abgefeuerte ballistische Raketen und setzten daraufhin den gesamten Handel mit dem Iran aus. Teheran wies die Vorwürfe zurück.

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