Öltransport

Bericht: Saudi Aramco nimmt Ölverladungen für Transport durch Straße von Hormus wieder auf

Saudi Aramco hat an zwei Terminals offenbar wieder Öl für den Transport durch die Straße von Hormus verladen. Drei Supertanker nahmen dabei insgesamt sechs Millionen Barrel Rohöl auf.

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Ein kleines Boot segelt an Frachtschiffen und anderen Handelsschiffen vorbei, die in der Straße von Hormus vor Bandar Abbas im Iran vor Anker liegen.

Ein kleines Boot segelt an Frachtschiffen und anderen Handelsschiffen vorbei, die in der Straße von Hormus vor Bandar Abbas im Iran vor Anker liegen.

© Amirhosein Khorgooi/ISNA/AP

Der staatliche saudische Ölkonzern Saudi Aramco hat offenbar die Verladung von Öl für den Transport durch die Straße von Hormus wieder aufgenommen. Demnach belud das Unternehmen vergangene Woche an zwei Terminals erstmals seit mehreren Wochen wieder Tanker, berichtete Reuters unter Berufung auf Schiffsdaten und Handelsquellen.

Die drei Öltanker Malaysia Prosperity, Algeria Prosperity und Singapore Prosperity luden an den Terminals Juaymah und Ras Tanura jeweils zwei Millionen Barrel Öl. Das berichtet Reuters unter Verweis auf Schiffverfolgungsdaten von Vortexa und Kpler. Welche Ölsorten die Tanker transportierten, war zunächst unbekannt.

Weitere Tanker könnten saudisches Öl laden

Zuvor hatte der Energiekonzern die Verkäufe dem Bericht zufolge nach Angriffen auf seine Tankerflotte in der Straße von Hormus im vergangenen Monat ausgesetzt. Demnach hatte es an diesen Häfen laut den Daten rund drei Wochen lang keine Verladung gegeben. Sechs weitere Supertanker könnten laut vorläufigen Kpler-Daten noch in diesem Monat saudisches Öl aufnehmen, berichtet Reuters.

Die drei Tanker gehören dem Unternehmen Sinokor. Weder Saudi Aramco noch Sinokor reagierten laut Reuters zunächst auf Anfragen.

Aramco bietet schweres Rohöl an

Am Montag bot Saudi Aramco laut Reuters einigen asiatischen Raffinerien die Sorten Arab Medium und Arab Heavy an. Die Ladungen sollen dem Bericht zufolge noch in diesem Monat per Ship-to-Ship-Umladung vor Fudschaira in den Emiraten verladen werden können.

Bloomberg berichtete unter Berufung auf anonyme Insider, dass Saudi Aramco Ladungen auf Ship-to-Ship-Basis auch von Standorten wie Sohar im Golf von Oman anbiete. Bei einer solchen Umladung wird Rohöl von einem Schiff auf ein anderes gepumpt.

Saudi-Arabiens Ölexporte bleiben gedrosselt

Eine Rückkehr der saudischen Ausfuhren könnte laut Reuters die knappe Versorgung mit schwereren Sorten entspannen. Aus ihnen entsteht demnach mehr Rückstandsöl, das als Schiffstreibstoff dient oder in Raffinerien zu Benzin und Diesel weiterverarbeitet wird.

Die saudischen Ölexporte bleiben insgesamt dennoch gedrosselt. Grund ist auch eine Blockade der jemenitischen Huthi im Roten Meer. Während des Iran-Krieges hatte Saudi Aramco einen Teil seiner Exporte zunächst zum Hafen Yanbu am Roten Meer umgeleitet.

Der Vorstandsvorsitzende von Saudi Aramco, Amin Nasser, erklärte laut Bloomberg im März, dass die Pipeline nach Yanbu hauptsächlich die Ölsorten Arab Light und Extra Light befördert. Die überwiegend im Persischen Golf gelegenen Offshore-Felder Saudi-Arabiens würden hingegen mittelschwere und schwere Rohölsorten liefern.

Öllieferungen über ägyptischen Mittelmeerhafen

Als Ausweichlösung bietet der Konzern nun zusätzliche Rohöl-Ladungen ab dem ägyptischen Mittelmeerhafen Sidi Kerir an. Doch das Volumen ist laut Reuters nur ein Bruchteil des früheren Niveaus von vier Millionen Barrel Öl pro Tag, das über Yanbu exportiert wurde. In diesem Monat sollen laut Kpler rund 670.000 Barrel pro Tag Rohöl aus dem Nahen Osten in Sidi Kerir für Asien geladen werden – in den drei Monaten zuvor seien es null gewesen.

Höhere Frachtkosten und längere Fahrtwege könnten Käufer jedoch abschrecken, berichtet Reuters. Für Abnehmer aus Asien könnte das Angebot in Sidi Kerir nicht zufriedenstellend sein, „da die asiatischen Kunden, zumindest die Chinesen, mit den langen Reisedauern und den hohen Frachtkosten nicht zufrieden sind“, erklärte Emma Li, China-Marktanalystin bei Vortexa, dem Bericht zufolge.

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