Weltmarkt

Bericht: Starke Preissteigerungen schränken globalen Kaffeehandel ein

Eine geringe Kaffeeproduktion sorgt für steigende Preise. Kaffeehändler weltweit reduzieren ihre Einkäufe deshalb auf ein Minimum.

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Steigende Preise stellen den weltweiten Kaffeehandel vor Herausforderungen.

Steigende Preise stellen den weltweiten Kaffeehandel vor Herausforderungen.

© Christin Klose/dpa

Weltweit aktive Kaffeehändler und -röster haben ihre Einkäufe auf ein Minimum reduziert, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Hintergrund ist ein starker Preisanstieg, von dem die Lieferanten die Einzelhändler erst noch überzeugen müssen. Eine niedrigere Produktion von Kaffeebohnen in Ländern wie Brasilien sei die Ursache für die steigenden Preise.

Teilnehmer der Jahrestagung der U.S. National Coffee Association vergangene Woche äußerten sich laut Reuters schockiert über einen 70-prozentigen Preisanstieg seit November für Arabica-Kaffee-Futures an der ICE-Börse. Die ICE-Börse ist die wichtigste Handelsplattform für Kaffeepreise weltweit. Händler würden wegen der hohen Preise ihre Einkäufe reduzieren, heißt es weiter.

Kaffeehändler: „Es geht alles von der Hand in den Mund“

„Niemand kauft für künftige Lieferungen, es geht alles von der Hand in den Mund“, wird ein Kaffeehändler in dem Bericht zitiert. Über den Handel von Kaffee in Brasilien sagte er: „Man schließt ein Geschäft ab und hat dann sieben Tage Zeit, zur Farm oder zum Lagerhaus zu gehen und den Kaffee zu holen. Man prüft die Qualität, und wenn sie in Ordnung ist, bezahlt man vor Ort und fährt mit dem Kaffee weg.“

Renan Chueiri, CEO des Kaffeeherstellers ELCAFE C.A. in Ecuador, sagte laut Reuters, dass das Unternehmen in diesem Jahr zum ersten Mal nicht die gesamte erwartete Jahresproduktion bis März verkauft habe. „Normalerweise wären wir jetzt schon ausverkauft, aber bisher haben wir weniger als 30 Prozent der Produktion verkauft“, hieß es. „Die große Preiserhöhung frisst den Cashflow der Kunden auf, sie haben nicht das ganze Geld, um zu kaufen, was sie brauchen.“

Der CEO eines großen Kaffeerösters aus den USA erklärte weiterhin, Supermärkte und Lebensmittelläden hätten sich gegen die von den Röstern geforderten höheren Preise gewehrt. Verhandlungen mit dem Einzelhandel zögen sich in die Länge, in einigen Geschäften gebe es bereits zu wenig Kaffee. Einige seiner Kunden seien sich nicht sicher, ob sie weiter im Geschäft bleiben können. „Einige Leute werden untergehen.“

Ein Grund für die geringe Kaffeeproduktion ist durch den Klimawandel verstärkte Wetterveränderungen, wie etwa der US-Sender NBC News im Februar berichtete. So hat etwa Brasilien mit den Folgen einer schweren Dürre zu kämpfen. Da die Preissteigerungen die Nachfrage dämpfen, könnten die Kaffeepreise laut Reuters-Bericht bis zum Jahresende jedoch wieder fallen. Auch gebe es erste Anzeichen, die auf eine Rekordernte in Brasilien im nächsten Jahr hindeuten.

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