Die USA werden der Ukraine offenbar Geheimdienstinformationen für Angriffe mit Langstreckenraketen auf die Energieinfrastruktur Russlands liefern. Das berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf interne US-Quellen am Mittwoch. US-Beamte bestätigten auch gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass die Vereinigten Staaten die Nato-Partner aufgerufen hätten, es ihnen gleichzutun, und entsprechende Informationen mit der Ukraine zu teilen.
Während die USA Kiew schon lange bei Drohnen- und Raketenangriffen unterstützen, würde es der neue Geheimdienstaustausch der Ukraine nun ermöglichen, Raffinerien, Pipelines, Kraftwerke und andere Infrastruktur weit entfernt von der Grenze genauer zu treffen – mit dem Ziel, so der Bericht, dem Kreml Einnahmen und Öl zu entziehen, die seinen Angriffskrieg finanzieren. Es wäre demnach das erste Mal, dass die Trump-Regierung ukrainische Angriffe mit Langstreckenraketen auf Energieziele tief im russischen Territorium unterstützen wird.
Die Entscheidung stellt eine Wendung in der Haltung von US-Präsident Donald Trump dar, der zuletzt seine Rhetorik gegenüber Russland verschärft hatte und das Land als Papiertiger bezeichnete und unter anderem mutmaßte, die Ukraine könne ihr gesamtes Territorium zurückerobern. Nun sollen offenbar Taten folgen.
Trump-Regierung könnte Ukraine Tomahawk-Raketen liefern
Die Trump-Regierung erwägt derweil weiter, Kiew weitreichende Waffen wie den Tomahawk-Marschflugkörper zu schicken, die zusätzliche Ziele innerhalb Russlands in Reichweite bringen könnten. Das hatte Trumps Sondergesandter für die Ukraine Keith Kellogg kürzlich in einem Interview gesagt. Tomahawks, die eine Reichweite von mindestens 1500 Meilen (fast 2500 Kilometer) haben, würden laut einer Einschätzung der US-Zeitung Washington Post ein deutliches militärisches Upgrade für die ukrainischen Streitkräfte bedeuten. Mit den weitreichenden Marschflugkörpern dieses Typs könnte die Armee tief in russisches Gebiet vorstoßen – einschließlich bis nach Moskau.
Seit Wochen kursieren zudem Berichte über den neuen ukrainischen Marschflugkörper FP-5 „Flamingo“, der ukrainischen Angaben zufolge eine Eigenentwicklung ist. Er soll bis zu 3000 Kilometer weit fliegen und einen Sprengkopf von rund 1000 Kilogramm tragen.
Die Geheimdienstinformationen könnten in Kombination mit stärkeren Waffen wie den Tomahawk-Raketen deutlich wirksamer sein als frühere ukrainische Angriffe in Russland, größeren Schaden an dessen Energieinfrastruktur anrichten und russische Luftabwehrkräfte stärker binden.
Nach Informationen des Wall Street Journals warten die Beamten nun noch auf schriftliche Anweisungen des Weißen Hauses, bevor sie die entsprechenden Geheimdienstinformationen mit Kiew teilen.
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