Ukrainekrieg

Bericht: USA wollen Russlands Kontrolle über ukrainische Gebiete anerkennen

In der kommenden Woche soll der US-Sondergesandte Witkoff nach Moskau reisen. Dort könnte er einem Medienbericht zufolge ein Angebot zur Anerkennung besetzter Gebiete unterbreiten.

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Der russische Präsident Wladimir Putin (l.) und US-Präsident Donald Trump (r.) bei einem Treffen in Alaska

Der russische Präsident Wladimir Putin (l.) und US-Präsident Donald Trump (r.) bei einem Treffen in Alaska

© Andrew Caballero-Reynolds/AFP

Die USA sind offenbar bereit, Russlands Kontrolle über die Krim und andere besetzte ukrainische Gebiete anzuerkennen, um ein Abkommen zur Beendigung des Krieges zu sichern. Dies berichtete die britische Zeitung The Telegraph unter Berufung auf anonyme Quellen.

US-Präsident Donald Trump wolle den Sondergesandten Steve Witkoff und seinen Schwiegersohn Jared Kushner nach Moskau senden, um dem russischen Präsidenten Wladimir Putin ein entsprechendes Angebot direkt zu übermitteln, hieß es. Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte zuvor bestätigt, dass sich Moskau auf den Besuch Witkoffs vorbereite. Die Ukraine wäre dem Bericht zufolge nicht gezwungen, die Kontrolle über die besetzten Gebiete anzuerkennen.

Quelle: Den USA ist „die europäische Position egal“

Der Plan soll wahrscheinlich trotz Bedenken europäischer Verbündeter umgesetzt werden, hieß es. „Es wird immer deutlicher, dass den Amerikanern die europäische Position egal ist. Sie sagen, die Europäer können tun, was sie wollen“, sagte eine Quelle, die das Medium als „gut informiert“ bezeichnete, gegenüber dem Telegraph. Bislang weigern sich die USA und Europa, Russlands Kontrolle über die Krim anzuerkennen.

Putin hatte am Donnerstag erklärt, die russischen Streitkräfte würden ihre Angriffe nur einstellen, wenn sich die ukrainische Armee aus den von Moskau beanspruchten Gebieten zurückziehe. Russland verlangt demnach die vollständige Abtretung der Regionen Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja sowie die dauerhafte internationale Anerkennung der Annexion der Krim.

Die Ukraine ist nach Angaben des inzwischen zurückgetretenen Stabschefs Selenskyjs, Andrij Jermak, jedoch nicht bereit, Territorium an Russland abzutreten. „Keine vernünftige Person würde heute ein Dokument unterschreiben, um Land aufzugeben“, sagte Jermak dem Magazin The Atlantic. Solange Selenskyj Präsident sei, werde es keine Zugeständnisse an Russland geben. „Er wird kein Territorium unterschreiben“, sagte Jermak. Die ukrainische Verfassung verbiete dies.

Nach Jermaks Darstellung ist Kiew lediglich bereit, über eine faktische Abgrenzung entlang der aktuellen Frontlinie zu sprechen. „Alles, worüber wir realistisch reden können, ist die Definition der Kontaktlinie“, sagte er. Jermak trat am Freitag in Zusammenhang mit einem Korruptionsskandal in der Ukraine zurück, nachdem am frühen Freitagmorgen sein Büro durchsucht wurde.

Ukrainische und amerikanische Unterhändler hatten vor wenigen Tagen in Genf den von den USA und Russland ausgearbeiteten 28-Punkte-Plan überarbeitet. Ein früherer Entwurf sah territoriale Zugeständnisse der Ukraine vor. Diese Punkte seien inzwischen abgeschwächt oder gestrichen worden, sagte Jermak. Der neue Vorschlag widerspreche nicht den ukrainischen „roten Linien“ und orientiere sich stärker an den Interessen Kiews. Russland hat inzwischen bestätigt, den überarbeiteten Friedensplan von den USA erhalten zu haben.

Der Vorschlag lässt Medienberichten zufolge einige der strittigsten Punkte noch offen, einschließlich möglicher territorialer Zugeständnisse, die noch in Gesprächen zwischen Trump und Selenskyj geklärt werden müssten. Selenskyj deutete unterdessen Verhandlungen auf höchster Ebene für die kommende Woche an. In einer Videoansprache erklärte er, für ihn und die ukrainische Delegation stünden „wichtige Verhandlungen“ bevor.

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