Sanktionierte Güter

Bericht: Zoll setzt Frachter mit russischem Uran im Rostocker Hafen fest

Der deutsche Zoll hat einen aus Russland kommenden Frachter am Auslaufen gehindert. Das Schiff soll Birkenholz und angereichertes Uran für die USA geladen haben.

Team News BLZ
2 Min
Der unter der Flagge der Marshall Islands fahrende Frachter „Atlantic Navigator II“ liegt im Überseehafen Rostock Port. 

Der unter der Flagge der Marshall Islands fahrende Frachter „Atlantic Navigator II“ liegt im Überseehafen Rostock Port. 

© Jens Büttner/dpa

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge hat der deutsche Zoll im Rostocker Überseehafen ein aus Russland kommendes Schiff festgesetzt. Hintergrund ist die Ladung des Frachters „Atlantic Navigator II“, der unter der Flagge der Marshall Islands unterwegs ist. „Aufgrund an Bord befindlicher, durch die EU sanktionierter Güter hat das Schiff vom Zoll eine Festhalteverfügung erhalten. Das Verlassen des Hafens ist damit untersagt“, teilte das Rostocker Hafen- und Seemannsamt mit. Die Ostsee-Zeitung (OZ) hatte am Dienstag als Erstes über die Festsetzung des Schiffes berichtet.

Das 193 Meter lange Schiff lief den Angaben zufolge am 4. März wegen technischer Probleme am Propeller zur Reparatur in den Rostocker Hafen ein. Der Schaden sei vermutlich durch eine Eisfahrt verursacht worden, so die Behörde weiter.

Verstößt die Ladung des Frachters gegen EU-Sanktionen? 

Das zuständige Hauptzollamt Stralsund wies darauf hin, dass die Schiffsladung, wie alle in die EU verbrachten Waren, der zollamtlichen Überwachung unterliege. In diesem Rahmen werde insbesondere die Einhaltung der Beschränkungen des Außenwirtschaftsverkehrs, unter anderem auch die Sanktionen gegenüber Russland geprüft. Im konkreten Falle dauerten die Ermittlungen noch an. Details zur Ladung nannte der Zoll nicht.

Nach Recherchen der Ostsee-Zeitung war das Schiff auf dem Weg in die USA und unter anderem mit Birkenholz und auch angereichertem Uran für US-Atomkraftwerke beladen. Diese Information sei von mehreren Quellen bestätigt wurden, schrieb die Zeitung. Der Gesamtwert der Fracht belaufe sich auf rund 40 Millionen Euro. Das betroffene Schiff wird in der Flotte eine Reederei aufgeführt, die Niederlassungen und Büros unter anderem in Kanada, den USA, Russland (St. Petersburg) und der Ukraine (Odessa) betreibt.

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