Ein interner Bericht der Deutschen Bahn macht drei Jahre nach dem Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen personelles Fehlverhalten mitverantwortlich. Dem Untersuchungsbericht zufolge war der Unfall „unmittelbare Folge regel- und pflichtwidrigen Verhaltens des vor Ort tätigen betrieblichen Personals“, teilte die Deutsche Bahn mit. Gleichzeitig habe die damals für die Eisenbahninfrastruktur verantwortliche Bahn-Tochter DB Netz nur unzureichend auf die Erkenntnisse zu geschädigten Betonschwellen reagiert und „den Unfall hierdurch ermöglicht“, wie aus dem Bericht einer Anwaltskanzlei für die DB nach Unternehmensangaben hervorgeht. Dies schließe auch damalige ressortverantwortliche Vorstandsmitglieder ein.
Der Chef der Infrastruktur-Tochter DB Infrago, Philipp Nagl, nannte die Ergebnisse des bahninternen Berichts am Montag „erschütternd“. Er kündigte unter anderem an, dass die Bahn „Ersatzansprüche gegen ehemalige Vorstandsmitglieder geltend machen“ werde.
Bei dem Unfall am 3. Juni 2022 war ein Regionalzug auf der Höhe von Burgrain entgleist. Fünf Menschen starben, 72 weitere wurden verletzt. Bereits frühzeitig fiel der Verdacht auf schadhafte Betonschwellen. Ein im Juni 2023 veröffentlichter Zwischenbericht der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung bestätigte dies als Hauptursache für die Entgleisung. Die Bahn tauschte daraufhin präventiv Hunderttausende Schwellen aus.
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Das Zugunglück wird ab Oktober in München auch strafrechtlich aufgearbeitet. Angeklagt sind zwei Bahnmitarbeiter aus dem Bereich Verkehrssteuerung und Infrastruktur. Ihnen wird unter anderem fahrlässige Tötung vorgeworfen.
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