US-Präsident Donald Trump hat den Handelspakt mit Großbritannien als „historisches Abkommen“ mit einem der engsten Verbündeten der USA gewürdigt. Die endgültigen Details würden in den kommenden Wochen ausgehandelt, sagte Trump bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus, bei der der britische Premier Keir Starmer per Telefon dazugeschaltet war. Für die Vereinigten Staaten ist es der erste große Deal nach Trumps weitreichender Verhängung von Strafzöllen.
Nach Trumps Angaben öffnet die Einigung den britischen Markt für Agrarprodukte aus den USA. Der Präsident sagte, das Abkommen ermögliche einen erleichterten Marktzugang für US-Exporte in Milliardenhöhe. Dies gelte für Rindfleisch, Ethanol und weitere landwirtschaftliche Produkte. Zudem sind neue britische Milliardenaufträge beim US-Flugzeugbauer Boeing geplant. Nach britischen Angaben ist die Einigung nur ein „Anfang“ und muss weiter ausgearbeitet werden.
Trump prognostizierte, dass die Vereinigten Staaten durch den im April verhängten zehnprozentigen Universalzoll auf das Vereinigte Königreich sechs Milliarden US-Dollar einnehmen werden. Seinen Angaben zufolge kommen durch „neue Exportmöglichkeiten“ für amerikanische Viehzüchter, Landwirte und Produzenten fünf Milliarden US-Dollar dazu. Großbritannien hat zudem mit den 25-prozentigen Abgaben zu kämpfen, die die USA auf Stahl, Aluminium und Autos aus dem Ausland erhoben haben.
Das Abkommen werde laut Starmer den Handel zwischen beiden Ländern ankurbeln und Arbeitsplätze auf beiden Seiten des Atlantiks schaffen. Er fügte hinzu, dass der damalige britische Premierminister Winston Churchill ungefähr zu dieser Tageszeit den Sieg in Europa verkündete.
Trump: „Länder stehen Schlange“
Großbritannien hatte am Dienstag den Abschluss eines Freihandelsabkommens mit Indien bekanntgegeben – auch vor dem Hintergrund der aggressiven Zollpolitik der USA seit dem Amtsantritt Trumps im Januar.
Trump hatte nach seinem Amtsantritt vor mehr als hundert Tagen höhere Zölle gegen fast alle Handelspartner verhängt. Mit den Importaufschlägen will er nach eigenen Angaben das Handelsdefizit der USA mit anderen Staaten senken und Arbeitsplätze zurück ins Land holen, etwa in der Autoindustrie. In den vergangenen Wochen hatte Trump mehrfach erklärt, andere Staaten würden derzeit „Schlange stehen“, um Abkommen mit den USA abzuschließen.
Auch mit China wolle sich Washington nach übereinstimmenden Angaben beider Regierungen noch in dieser Woche zu den ersten hochrangigen Handelsgesprächen seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump treffen. Das Land wurde mit besonders hohen Strafzöllen belegt.
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