Food und Drinks

„B&P By Krua Mae Uthai“ alias Thai Art in Wilmersdorf: Essen wie in Bangkok

Ein Besuch im Bistro „B&P By Krua Mae Uthai“ in Wilmersdorf ist wie ein Kurzurlaub in Asien. Die Gerichte schmecken wie Hausmannskost. Die Kritik.

4 Min
Pad Thai im „B&P By Krua Mae Uthai“ in Wilmersdorf.

Pad Thai im „B&P By Krua Mae Uthai“ in Wilmersdorf.

© Tomasz Kurianowicz

Angekommen bin ich in einem Bistro in der Berliner Straße, in einem kleinen Laden mit zwei Tischen und einer Anrichte am Fenster, von der aus man auf die skurrile Wilmersdorfer Umgebung schauen kann. Westberlin, wie man es aus alten ARD-Tatorten kennt. Aufgefallen sind mir die kleinen, knallbunten Tortenstücke und Cupcakes in der Ecke des Ladens (angerichtet in einem Kühlschrank) und eine Speisekarte, die viele typische Gerichte aus Thailand, aber nicht unbedingt eine Vielzahl an Suppen aufweist. Hatte ich mich mit der Adresse geirrt?

Wan-Tan-Suppe im „B&P By Krua Mae Uthai“

Wan-Tan-Suppe im „B&P By Krua Mae Uthai“

© Tomasz Kurianowicz

Jein. Eine Nachfrage bei der Betreiberin des Bistros klärt die Sache auf. Der Laden an der Berliner Straße heißt eigentlich „B&P By Krua Mae Uthai“ und wird von neuen Besitzern geführt. „Wir sind erst seit ein paar Wochen geöffnet“, erzählt mir die junge, freundliche Betreiberin. Das vorige  „Thai Art“-Suppenrestaurant befindet sich jetzt in der Kantstraße und wird dort von der Schwester der Köchin betrieben. Das Restaurant ist also umgezogen, ich habe mich also doch nicht in der Adresse geirrt. Egal! Die Betreiberin von „B&P By Krua Mae Uthai“ war ebenfalls einst auf der Wilmersdorfer Thaiwiese aktiv, hatte sich aber dort auf asiatische Nachtische spezialisiert. Auf der Karte befinden sich trotzdem viele warme Speisen und, ja natürlich, auch Suppen.

Das Pad Thai schmeckt himmlisch

Ich setze mich also hin und lasse mich überraschen. Als Vorspeise bestelle ich den Klassiker, eine kleine Wan-Tan-Suppe samt Teigtaschen aus Schweinefleisch (eine kleine Portion kostet unschlagbare 3,50 Euro). Sie wird heiß serviert, mit einer großen Portion Sesamöl und zarten, köstlichen Teigtaschen in der Schüssel, die großartig schmecken. Volle Punktzahl! Als es dann zur Auswahl der Hauptspeise kommt, fahre ich zweigleisig: Einmal bestelle ich einen Klassiker, Pad Thai, also thailändische Nudeln mit Hühnchenbrust, Ei und einer süß-sauren Sauce (7,90 Euro). Und dann die Guai-Tiew-Nam-Tom-Yum-Suppe, eine Reisnudelsuppe mit Fleischbällchen, Sojasprossen, Kräutern und Tom-Yum-Paste (8 Euro).

Guai-Tiew-Nam-Tom-Yum-Suppe mit Fleischbällchen

Guai-Tiew-Nam-Tom-Yum-Suppe mit Fleischbällchen

© Tomasz Kurianowicz

Nach der Bestellung kann man direkt dabei zugucken, wie die Köchinnen und Köche im Bistro sich ans Brutzeln machen. Es zischt und kocht, die Pfannen werden von einem Gasofen zum nächsten geschwenkt. Schon die Zubereitung ist ein Spektakel. Alles wird frisch zubereitet, bis man endlich einen Teller und eine Schüssel vor die Nase gestellt bekommt. Das Pad Thai schmeckt intensiv und leicht feurig. Die Suppe hat noch mehr Schärfe, also: nichts für schwache Nerven. Das Taschentuch zum Naseputzen sollte man bereithalten. Aber genau so muss eine thailändische Suppe schließlich schmecken – feurig scharf. Das Zitronengras verleiht dem Gericht die nötige Frische und Milde zum Ausgleich.

Cupcakes im Thai Art

Cupcakes im Thai Art

© Tomasz Kurianowicz

Zum Nachtisch: thailändischen Cupcake

Während ich esse, komme ich mit einer der Betreiberinnen ins Gespräch. Sie klagt darüber, dass auf der Thaiwiese in Wilmersdorf nur noch kommerzielle, professionelle Restaurants ihre Speisen anbieten. Die Hausmannskost thailändischer Großmütter könne man nicht mehr finden, weil die Anforderungen des Bürgeramts und die Standgebühren einfach zu hoch seien. Auch die Beschäftigung der Köchinnen und Köche im Restaurant sei stark reguliert, daher sei es momentan nicht einfach, ein Restaurant zu eröffnen.

„Doch wir versuchen unser Glück“, sagt die freundliche Frau, die mir auf ihrem Handy stolz ihren Instagram-Account zeigt und nachdrücklich verspricht, dass alle Speisen mit viel Liebe zum Detail zubereitet würden. Und das schmeckt man. Wenn man schon auf der Thaiwiese keine Hausmannskost mehr bekommt, dann doch  im „B&P“.

Zum Nachtisch bestelle ich noch einen thailändischen Cupcake mit Orangengelee und Zuckerguss. Auch selbstgemacht! Der Teig ist saftig und zart, die Süße perfekt abgestimmt. Ein wunderbarer Abschluss eines überraschenden Bistro-Besuchs. Nächste Woche erscheint hier der Text zum „Thai Art“ in der Kantstraße. Mal schauen, wie sich dort die Schwester schlägt.

Bewertung: 4 von 5 Punkten!

B&P By Krua Mae Uthai alias Thai Art, Berliner Straße 42A, 10713 Berlin, Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 11 bis 18, Samstag und Sonntag 12 bis 18 Uhr.

Dieser Text ist in der Wochenendausgabe der Berliner Zeitung erschienen – jeden Sonnabend am Kiosk oder hier im Abo.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de

Lesen Sie mehr zum Thema