Die Ausbreitung von Armutskrankheiten wie HIV/Aids soll gestoppt werden. Das Millenniumsziel werde wohl nicht erreicht, auch weil Berlin sich auf dem Gipfel in Japan aus den Finanzierungszusagen winden wolle, sagt Marwin Meier von World Vision.In Heiligendamm wurden 60 Milliarden Dollar für die Bekämpfung dieser Krankheiten versprochen. Wie kann man eine solch klare Zusage umgehen?60 Milliarden Dollar sollten in den kommenden Jahren gezahlt werden, lautete die vage Formel. Deutschland, wie Italien und Kanada fordern nun bis zu acht Jahre. Damit bricht es sein Versprechen. Die USA und Großbritannien hingegen wollen den Zeitraum auf drei Jahre begrenzen.Was bedeutet es, wenn sich die deutsche Position durchsetzt?Es gibt Berechnungen, wie viel Geld nötig ist, um HIV/Aids oder Malaria zu stoppen. Mit 60 Milliarden Dollar in drei Jahre ist es zu schaffen. Wird die Summe auf acht Jahre gestreckt, wird es nicht erreicht. Die Millenniumsziele sollen bis 2010 erfüllt sein - das sind nur noch rund zweieinhalb Jahre.Die USA sind nicht dafür bekannt, auf dem Gebiet der Entwicklungshilfe Vorreiter zu sein .Was die allgemeine Entwicklungshilfe betrifft, stehen die USA mit 0,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts tatsächlich miserabel da. Aber im Kampf gegen HIV/Aids haben sich die Amerikaner sehr engagiert, bereits dafür rund 18 Milliarden Dollar ausgegeben, weitere 30 Milliarden Dollar zugesagt.Der deutsche Entwicklungshilfe-Etat wird um 800 Millionen Euro erhöht. Ist das nicht vorbildlich?Bisher wurde die Schuldenstreichung als Entwicklungshilfe gerechnet. Dieser Posten schrumpft, mit der Erhöhung wird nur das entstandene Loch gestopft. 2007 war der Anteil 0,37 Prozent vom BIP, mit den 800 Millionen Euro sind es 0,38 Prozent. Die bis 2010 vereinbarten 0,52 Prozent erreichen wir so nicht.Das Gespräch führte M. Doering.------------------------------Foto: Marwin Meier arbeitet für World Vision, einem 1950 in den USA gegründeten christlich-humanitären Hilfswerk. Heute ist es eine der weltweit größten Nichtregierungsorganisationen.
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