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Proteste

Berlin: Demonstranten ziehen vor Deutschlands erste schwul-lesbische Kita

50 AfD-Sympathisanten haben am Samstag gegen die neue Einrichtung der Schwulenberatung in Berlin protestiert. Gegendemonstranten warfen Wasserbomben.

Team News Alexander Schmalz lex
2 Min
AfD-Politikerin Beatrix von Storch bei einer AfD-Demonstration (Archivbild). 

AfD-Politikerin Beatrix von Storch bei einer AfD-Demonstration (Archivbild). 

© imago/Jean MW

Die Bekanntgabe der baldigen Eröffnung einer schwul-lesbischen Kita in Berlin-Schöneberg löste hitzige Diskussionen aus. Am Samstagnachmittag versammelten sich Dutzende AfD-Anhänger unter dem Motto „Pädo-Kita verhindern“ vor der Einrichtung, darunter die AfD-Bundestagsabgeordnete Beatrix von Storch sowie Mitglieder der Jungen Alternative (JA). Sie kritisierten, dass das bisher in Deutschland einzigartige Kita-Konzept Kinder sexualisieren und Pädophilie fördern würde. 

Nach Angaben der Berliner Polizei waren dem Aufruf zum Protest rund 50 AfD-nahe Demonstranten gefolgt. Bis zum frühen Nachmittag sei die Kundgebung weitgehend friedlich verlaufen. Erst zum Ende hin kam es vereinzelt zu Auseinandersetzungen, erklärte ein Polizeisprecher. Die Grünen hatten eine Gegendemonstration organisiert, zu der etwa 320 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erschienen waren. Rund 30 Gegendemonstranten seien den Angaben zufolge auf die AfD-Anhänger zugestürmt. „Die Kollegen gingen aber rechtzeitig dazwischen und konnten Schlimmeres verhindern“, so der Polizeisprecher. 

Nachdem die Kita-kritische Kundgebung beendet worden war und sich der Aufzug aufgelöst hatte, kam es zu einem weiteren Vorfall am Sachsendamm. Mehrere AfD-Sympathisanten seien von Gegendemonstranten mit Wasserbomben attackiert worden. „Es wurde aber niemand getroffen“, so der Polizeisprecher.  

Die bisher in Deutschland erste schwul-lesbische Kita soll im nächsten Frühjahr ihre Türen öffnen. Träger der neuen Einrichtung ist die Schwulenberatung Berlin. Geplant ist ein Mehrgenerationenhaus für homo-, bi-, trans- und intersexuelle Menschen. Dort soll es neben Wohnungen und Gemeinschaftsräumen auch eine Kindertagesstätte geben. Die Kita, die 93 Plätze bietet, heißt Rosaroter Tiger und gelbgrüner Panther. Im Tagesablauf und im pädagogischen Konzept soll sich die Kita nicht von anderen Kitas unterscheiden. Besonders aber wird sein, dass die Leitung und die meisten Erzieher Mitglieder der LGBTI-Community sein werden.

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