Vor der roten Backsteinkirche in Zehlendorf sind in einem Zelt Bierbänke aufgestellt. Menschen flüstern in kleinen Gruppen, sie wirken aufgeregt. „Weißt du, wer heute kommt?“, fragt eine Mitarbeiterin der Diakonie Berlin-Brandenburg einen Mann, der gerade heißen Kaffee schlürft. Er schüttelt den Kopf. Sie sagt begeistert: „Der Frank Zander, die Presse, alle!“ Draußen werden Würstchen gegrillt, zum Nachtisch gibt es Wassermelone und Waffeln mit Puderzucker. Als Frank Zander um 12 Uhr an der Pauluskirche wirklich ankommt, wird er sofort von Mitarbeitern und Bedürftigen umringt. Alle wollen ein Foto mit ihm.
Frank Zander ist ein ehemaliger Schlager- und Popsänger, dessen größter Hit wohl „Hier kommt Kurt“ in den 90er-Jahren war. Bekannt ist er außerdem seit Jahren, weil er sich für Obdachlose engagiert. Dafür hat er zweimal das Bundesverdienstkreuz bekommen. Am Montag besucht er die diakonische Hitzehilfeeinrichtung für Obdachlose. Er überreicht der Diakonie einen Spendencheck und den Obdachlosen Hilfsmittel, um im Alltag die Hitze zu überstehen.
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Obwohl der 81-Jährige im Rahmen seiner gemeinnützigen Arbeit eher für sein alljähriges Weihnachtsfest für Berliner Obdachlose bekannt ist, sagt er, verdienen auch andere soziale Einrichtungen Aufmerksamkeit. Deswegen möchte er sie unterstützen. Es sei für ihn „selbstverständlich“, diese Aktion zu unterstützen. Er wolle den Ärmsten der Armen nicht nur im Winter zur Seite stehen. „Wenn Hilfe gebraucht wird, bin ich da.“
In einer Ecke des Gartens, vor den Zelten werden Würstchen gebraten. Dazu gibt es Brötchen und Kartoffelsalat. Malte T. (37) hat sich gerade eine Portion Waffeln mit Wassermelone geholt und sagt der Berliner Zeitung, was tatsächlich dringend gebraucht wird. „Die Organisationen brauchen einfach mehr Geld.“ Da er jeden Montag da ist, unterhält er sich viel mit den Mitarbeitern der Diakonie. Er habe herausgefunden, dass die Kosten für das Essen, das er dort immer bekommt, komplett spendenbasiert sind. „Deshalb bin ich auch dem Zander so dankbar.“
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Nach dem Essen übergibt Zander der Direktorin der Diakonie, Ursula Shoen, den Spendencheck in Höhe von 3000 Euro. Das Geld soll vor allem den diakonischen Einrichtungen zur Hitzehilfe und der Aktion „Warmes Essen“ für Lebensmittel zukommen. Danach verteilt er Deo, Sonnencreme und Wasser an die Bedürftigen. Das Hauptthema der Versammlung: Hitzehilfe ist lebenswichtig. Im Jahr 2022 sind über 600 Menschen in Berlin hitzebedingt gestorben.
Deswegen unterstütze Zander auch mehrere Berliner Projekte, die sich der Obdachlosenhilfe widmen. „Er ist nicht nur der Mann mit dem Gänseessen“, sagt Pressesprecher Sebastian Peters. Obwohl es Sinn mache, dass er für das riesige Event bekannt sei, dass mittlerweile auch in anderen Ländern veranstaltet wird, unterstütze Zander auch zahlreiche andere Initiativen, die nicht dieselbe Aufmerksamkeit bekommen.
Kurz vor Ende der Veranstaltung fragt eine Schwester Frank Zander, wie sie ihm danken könne. Er winkt lachend ab. Er wolle schlicht ein Vorbild für jene sein, die mehr als genug haben. „Und später gönn ich mir sowieso ein kühles Blondes.“
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