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Berlin: Fast 2000 Exil-Russen demonstrieren mit Nawalnaja gegen Putin und den Ukrainekrieg

Tausend Tage nach Beginn des Ukrainekrieges rufen prominente Putin-Kritiker in Berlin zu Einheit im Widerstand auf. Sie fordern die Amtsenthebung des russischen Präsidenten.

Team News AFP/BLZ
3 Min
Die Teilnehmer (von links nach rechts) Wladimir Kara-Mursa, Julia Nawalnaja und Ilja Jaschin während der Anti-Kriegs-Demo in Berlin.

Die Teilnehmer (von links nach rechts) Wladimir Kara-Mursa, Julia Nawalnaja und Ilja Jaschin während der Anti-Kriegs-Demo in Berlin.

© Christian Ender/imago

Nahezu 2000 Exil-Russen haben sich am Sonntag in Berlin zu einer Demonstration gegen den russischen Angriffskrieg in der Ukraine und gegen Kreml-Chef Wladimir Putin versammelt. Zu der Kundgebung hatten prominente Vertreter der russischen Exil-Opposition aufgerufen, darunter Julia Nawalnaja, Ilja Jaschin und Wladimir Kara-Mursa. Unter großem Jubel rief Jaschin auf dem Potsdamer Platz Parolen wie „Nein zum Krieg“ und „Nieder mit Putin“ in die Menge.

Die Demonstration startete am Nachmittag am Potsdamer Platz und führte über die Friedrichstraße zur russischen Botschaft Unter den Linden. Die Polizei nannte die Zahl von rund 1800 Teilnehmern. Die Organisatoren sprachen zu Beginn der Demonstration von 1500 bis 2000 Teilnehmern, wie eine Reporterin der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Die Größe der Protestaktion wurde als wichtiger Indikator für den politischen Einfluss der Kreml-Kritiker im Ausland gewertet.

Die prominenten Kreml-Kritiker hofften, mit der Demonstration der zersplitterten russischen Exil-Opposition neuen Schwung zu verleihen. Ziel sei es, „alle zu vereinen, die sich gegen die aggressive und verbrecherische Politik von Wladimir Putin stellen - gegen den Krieg in der Ukraine und gegen die politischen Repressionen innerhalb Russlands“, erklärten die Organisatoren.

Auch aus anderen Städten und sogar aus dem Ausland reisten Russen eigens zu der Demonstration an. „Es ist wichtig zu zeigen, dass wir viele sind und dass wir es nicht zulassen, dass dieser Krieg passiert“, sagte Jewgenij Alexejew, der aus Stuttgart nach Berlin gekommen war.

Julia Nawalnaja führt Widerstand gegen Putin im Exil weiter

Zu den Forderungen der Teilnehmer gehörten der sofortige Abzug der russischen Truppen aus der Ukraine, die Amtsenthebung des russischen Präsidenten Putin und Anklage gegen ihn als Kriegsverbrecher.

Der Tod des prominenten Oppositionsführers Alexej Nawalny, der im Februar in einem russischen Straflager in der Arktis starb und dessen Frau nun seinen Widerstand gegen Putin vom Exil in Deutschland aus weiterführt, hatte den russischen Dissidenten einen harten Rückschlag versetzt. Doch die Freilassung unter anderen von Jaschin und Kara-Mursa Anfang August bei einem historischen Gefangenenaustausch zwischen Moskau und dem Westen verlieh der Gemeinschaft der Exil-Russen und Putin-Gegner neue Hoffnung.

Protestzug von ukrainischem Botschafter kritisiert

Kritik an der Veranstaltung kam vom ukrainischen Botschafter Oleksii Makeiev. „Die Russen haben Putin an die Macht gebracht. Das ist ihr Krieg“, kommentierte Makeiev den Protestzug am Sonntag im Online-Dienst X. Er stimme diesbezüglich einer Äußerung des ukrainischen Präsidialamtsleiters Andrij Jermak zu. Dieser hatte zuvor erklärt: „Ein Protestmarsch in Moskau wäre ihre einzige Rettung.“ In einem Gastbeitrag für die „Zeit“ hatte Makeiev die Kundgebung bereits am Vortag als „würde- wie folgenlosen Novemberspaziergang“ gebrandmarkt.

Die Demonstration in Berlin fand rund tausend Tage nach dem Beginn des Krieges in der Ukraine statt, die Russland Ende Februar 2022 überfallen hatte.

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