Die "Tütenpaten" von Hellersdorf

Ein Verein kämpft gegen Hundekot im Kiez

Ehrenamtliche wollen mit Beutel-Spendern gegen die Häufchen vorgehen.

Florian Thalmann
2 Min
Rund um die Adele-Sandrock-Straße wurden vier neue Spender eingeweiht.

Rund um die Adele-Sandrock-Straße wurden vier neue Spender eingeweiht.

© Thomas Lebie

„Unser Kiez ist der Ort mit den meisten Hundebesitzern“, sagte Projektleiterin Melissa Schneider vom Verein Helle Hunde e.V. Lange verschmutzte Hundekot die Flaniermeile. Darum stellte der Verein fünf Beutel-Spender auf, um Herrchen und Frauchen anzuregen, die Haufen einzusammeln.

Die Startfinanzierung kam vom Quartiersmanagement, die Deutsche Wohnen, der größte Vermieter am Platz, kündigte Unterstützung an. Und nun? „Es ist sauberer geworden“, sagt Schneider. Trotzdem will das Unternehmen nicht für die Materialkosten aufkommen.

Der Verein hat fünf  Beutel-Spender aufgestellt, um Herrchen und Frauchen anzuregen, die Haufen einzusammeln.

Der Verein hat fünf  Beutel-Spender aufgestellt, um Herrchen und Frauchen anzuregen, die Haufen einzusammeln.

© Thomas Lebie

Es geht um 2500 Euro – fünf alte Spender und fünf neue könnten damit instand gehalten werden. „Wir machen das ehrenamtlich, können das Geld nicht selbst zahlen“, sagt Schneider.

Auf Nachfrage heißt es von Seiten der Deutsche Wohnen, man habe das Projekt mit der Genehmigung zur Anbringung der Spender unterstützt. „Finanzielle Mittel haben wir zu diesem Zeitpunkt nicht in Aussicht gestellt.“ Zudem habe sich die Kommunikation mit dem Verein als „sehr schwierig“ erwiesen.

Mehr ins Detail gehen wollte man nicht. Laut Schneider habe es das Angebot einer Einmalspende in Höhe von 500 Euro gegeben. „Als wir aber sagten, dass das nur für kurze Zeit reichen wird, wurde auch das zurückgezogen“, sagt sie.

Sind sauer: Ramona Steffin, Marco Schattmann und Melissa Schneider (v.l.) vom Verein Helle Hunde e.V.

Sind sauer: Ramona Steffin, Marco Schattmann und Melissa Schneider (v.l.) vom Verein Helle Hunde e.V.

© Thomas Lebie

Die Deutsche Wohnen selbst setze sich mit Spenden an verschiedene Projekte dafür ein, „das Miteinander im Quartier zu verbessern“ – das betrifft offenbar nicht das Miteinander von Hundehaltern und Nicht-Hundehaltern. Über den drohenden Abbruch des Projektes auf dem Boulevard herrscht anderswo Unverständnis – im Kiez um die Adele-Sandrock-Straße. Hier wurden kürzlich vier Tütenspender an neue Paten übergeben.

„Wir wollten die Hundebesitzer, die hier leben, mit in die Verantwortung nehmen und auch die ehrenamtliche Arbeit im Kiez stärken“, sagte Anke Braun von der Wohnungsbaugenossenschaft Hellersdorfer Kiez. Wirken sich die Spender positiv auf die Sauberkeit aus, will man hier sogar weitere aufstellen, etwa 30 sind geplant.

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