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Aktivismus

Berlin: Hungerstreikender ins Krankenhaus eingeliefert

Fünf Menschen hungern als Teilnehmer eines Protestcamps in Berlin. Am Mittwochabend ist vor der SPD-Parteizentrale eine Kundgebung geplant.

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Einer der Hungerstreikenden wurde am Vormittag ins Krankenhaus gebracht.

Einer der Hungerstreikenden wurde am Vormittag ins Krankenhaus gebracht.

© Emmanuele Contini

Einer der Hungerstreikenden im Berliner Protestcamp der Kampagne „Hungern bis ihr ehrlich seid“ ist am Mittwochmorgen ins Krankenhaus eingeliefert worden. Wie Scientist Rebellion mitteilte, befindet sich ein Teilnehmer namens Tin seit dem 30. April im Hungerstreik. Am Morgen sei er „zusammengebrochen“ und ins Bundeswehrkrankenhaus gebracht worden. Wie die Kampagne am Nachmittag mitteilte, war er bald wieder bei Bewusstsein und verließ die Klinik nach wenigen Stunden. Er sei entschlossen, den Hungerstreik fortzusetzen, sein Gesundheitszustand sei „bedenklich“.  

„Ich bin jetzt noch entschlossener, weiterzumachen. Ich werde mein Hungern so lange fortsetzen, bis Olaf Scholz ehrlich zugibt, dass die 0,42‰ CO₂, die jetzt schon in der Luft sind, viel zu viel sind. Eine so hohe CO₂-Konzentration ist eine tödliche Gefahr für unsere Zivilisation“, so der Hungerstreikende in einem Statement. Der 35-Jährige habe sich von der Öffentlichkeit zunächst unbemerkt dem Hungerstreik angeschlossen, wie die Gruppe am Montag auf Instagram mitteilte. Am vergangenen Wochenende sei er zu den anderen Teilnehmern ins Camp gekommen. 

Im Rahmen von „Hungern bis ihr ehrlich seid“ hungern inzwischen fünf Menschen in einem Protestcamp. Einer der Aktivisten, Wolfgang Metzeler-Kick, befindet sich bereits seit 7. März im Hungerstreik. Sein Gesundheitszustand gilt als kritisch. Wie die Kampagne am Montag mitteilte, leidet der 49-Jährige an einem grippalen Infekt. Er hungert von den mittlerweile fünf Teilnehmern am längsten. Der 61-jährige Michael Winter sei nach 28 Tagen Hungerstreik in so schlechtem Zustand, dass das Ärzteteam des Berliner Camps mitteilte, die medizinische Begleitung nicht mehr verantworten zu können und deshalb eingestellt habe.

Besorgt um Hungerstreikende: Carola Rackete appelliert an Kanzler Scholz

Die Linke-Europakandidatin Carola Rackete appellierte an Bundeskanzler Olaf Scholz, auf die Anliegen des Berliner Klima-Hungerstreiks einzugehen. Wichtig sei, „die gefährliche Situation zu beenden“, sagte Rackete am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. „Die Hungerstreikenden haben verstanden, wie dramatisch die drohende Klimakatastrophe ist“, sagte Rackete, die für die Linke bei der Europawahl am 9. Juni kandidiert. „Sie gehen bis zum Äußersten, um sie aufzuhalten. Ich bin besorgt über den Gesundheitszustand der Beteiligten.“

Ferat Koçak, Mitglied der Berliner Linken, rief auf X, ehemals Twitter, zu einer Kundgebung vor der SPD-Parteizentrale in der Wilhelmstraße am Mittwochabend um 18 Uhr auf. Die Kampagne rief auf Instagram angesichts des medizinischen Notfalls bei einem der Hungerstreikenden zu bundesweiten Protesten auf. (mit dpa)

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