Aschinger hier, Aschinger da, Aschinger war einst überall in Berlin. 30 Bierquellen, 15 Konditoreien, acht Restaurants und 20 weitere Verkaufsstellen betrieb die Kette zu ihren besten Zeiten um 1930. Damit war Aschinger Europas größter Gastronomiebetrieb.
40.000 Gäste kamen täglich in die Aschinger-Lokale. So etwas hatte es in der Stadt noch nicht gegeben. Aschinger wurde zum sprichwörtlichen „Restaurant aller Berliner“, weil das moderne Konzept jedem irgendwas bot. Vor allem die Schnellgerichte zu niedrigen Preisen waren beliebt – „Schnell mal auf ’nen Happen zu Aschinger“ wurde zum geflügelten Wort.
Postkarte mit dem Aschinger-Lokal am Alexanderplatz (links mit blauen Namensband) im Gebäude des ehemaligen Königsstädtischen Theaters (1824-1851). Die Bierquelle etablierte sich hier ab 1893/94. 1927 wurde das Gebäude abgerissen, um das Alexanderhaus zu errichten.
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Erstmals wurde das Bier direkt vor den Augen der Gäste ausgeschenkt und kostete anfangs den Einheitspreis von 10 Pfennig pro Glas. Beim Anstich eines Fasses bimmelte die Glocke. Neu war die „kalte Mamsell“ mit belegten Brötchen – die gab es gratis! Zudem wurden Erbsensuppe mit Speck und Bierwurst angeboten. Eigene Betriebe lieferten zu, backten, wuschen, fleischerten, tischlerten, klempnerten.
Die Brüder aus Württemberg
Bei Aschinger war sogar der Mostrich für die Bockwurst selbst gemacht: Anfangs wurden dafür die Stadtbahnbögen zwischen Alexanderplatz und Jannowitzbrücke angemietet, später hatte man eigene Räumlichkeiten in der Neuen Friedrichstraße, schließlich in der Saarbrücker Straße im Bezirk Prenzlauer Berg.
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Mit einer Bierquelle hatte es am 1. September 1892 begonnen. Die in Württemberg gebürtigen Aschinger-Brüder August und Karl – Koch der eine, Bufettier der andere – eröffneten in der Neuen Roßstraße Nr. 4 in der Nähe des Spittelmarktes ihre erste Kneipe. Auch hier galt schon die Devise „schnell und billig“, ganz der Hast des angebrochenen Industriezeitalters gemäß.
Aschinger-Filiale in der Friedrichstraße 97 im Jahr 1915
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Bald öffneten Aschinger-Filialen an den Bahnhöfen Friedrichstraße, Zoo und Alexanderplatz, am Spittelmarkt und Potsdamer Platz, in der Friedrich- und Leipziger Straße, an der „Plumpe“ (Gesundbrunnen) und in den Hauptstraßen Neuköllns. Das Konzept wurde um Cafés erweitert.
80 Prozent des Aschinger-Imperiums wurden im Zweiten Weltkrieg durch Bomben und Granaten zerstört. Ein Wiederbelebungsversuch in Westberlin endete nach wenigen Jahren.
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