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Garten-Ratgeber

Insektenhotel und Nistkästen: Welche Fehler sollte man vermeiden?

Garten-Serie zum Frühling, Teil 6: Was muss man bei Insektenhotels und Brutkästen beachten? Wann und wo sollte man sie aufhängen? Darf man einen Baum anbohren?

6 Min
Auch Spatzen freuen sich über Brutkästen: Diese sollten etwa drei Meter hoch hängen.

Auch Spatzen freuen sich über Brutkästen: Diese sollten etwa drei Meter hoch hängen.

© dpa

Der Frühling naht. Und damit erwachen nicht nur die Gartenpflanzen zu neuem Leben, sondern auch Insekten und Vögel starten neu durch. Für ein gesundes Garten-Ökosystem sind sie zudem besonders wichtig. Insekten bestäuben die Pflanzen und fressen Kleinstschädlinge, Vögel vertilgen Raupen und Käfer, die sich an unseren Gemüsebeeten zu schaffen machen. Und natürlich sind hübsch anzusehen. Wer seinen Garten naturnah gestaltet, wird automatisch auch eine Tier-Vielfalt bestaunen können. Um es den fliegenden Mitbewohnern noch ein bisschen gemütlicher zu machen, hängen viele Garten-Fans Insektenhotels und Nistkästen auf. Was dabei zu beachten ist, weiß Gartenfachberater Sven Wachtmann.

Der Schrebergärtner aus Hoppegarten bewirtschaftet eine Parzelle in Kaulsdorf, die seit 1947 in Familienbesitz ist. Zudem ist der Experte seit 2013 ehrenamtlicher Landesgartenfachberater beim Landesverband Berlin der Gartenfreunde e.V. – für die aktuelle Garten-Serie der Berliner Zeitung steuert Sven Wachtmann sein Fachwissen bei.

Insektenhotel: Kaufen oder selber bauen?

Ob Sie ein fertiges Insektenhotel kaufen oder es sich selbst bauen, ist im Prinzip egal. Sie müssen allerdings ein paar Standards beachten: In jedem Fall müssen die ‚Einbauten‘ eine Tiefe von mindestens zehn Zentimetern haben, an der rückwärtigen Wand komplett verschlossen sein und vorn muss ein engmaschiges Schutznetz oder -gitter angebracht sein. „Dieses sollte einen Abstand von etwa fünf Zentimetern zum eigentlichen Insektenhotel haben, damit Vögel nicht ihre Schnäbel hinein stecken können. Für die sind die Insektenlarven nämlich ein echter Leckerbissen. Ein Schutzdraht hält sie vom Stochern ab“, weiß Sven Wachtmann.

Beim Kauf sollten Sie darauf achten, dass das Holz unbehandelt und splitterfrei ist, damit sich die Insekten nicht verletzen. Angemalte und mit verspielten Details versehene Insektenhotels sehen zwar schön aus, könnten aber aufgrund von verwendeten Chemikalien Insekten fernhalten oder gar die Brut schädigen.

Für den Bau eines Insektenhotels gibt es unzählige Anleitungen. Die Naturwacht Brandenburg empfiehlt in ihrem Flyer das Verwenden einer einfachen Konservendose. Diese spülen Sie aus, feilen etwaige Kanten ab und machen mit einem Schraubendreher ein kleines Loch am unteren Rand der Dose. Dort hindurch ziehen Sie einen längeren Draht, dessen Enden Sie sodann aneinander befestigen – das ist die spätere Aufhängung. Besonders jetzt im Frühjahr fällt im Garten viel Schnittgut an, das Sie für ein Insektenhotel verwenden können.

Geeignet sind hohle Stängel, etwa von Bambus, Schilf oder Holunder, ebenso von Brom- und Himbeere, Heckenrose, Forsythie. Schneiden Sie die Stängel auf die Länge des Dose zu. Ebenso können Sie einfaches Hartholz nehmen, in das Sie kleine Löcher bohren. Dann brauchen Sie noch etwas Lehm, mit dem Sie den Boden der Dosen ausschmieren; er dient als Kleber. Dort hinein stecken Sie die Stängel, Hohlräume füllen Sie mit Lehm. Einige Insekten nutzen diesen auch als Nistmöglichkeit. Sollten die Stängel unterschiedlich lang sein und hervorstehen – kein Problem. Den Insekten ist das herzlich egal.

Zum Schluss befestigen Sie noch engmaschigen Draht vor der Einflugschneise. Und dann sollten Sie Ihr Insektenhotel rasch aufhängen. „Ab März fangen die ersten Insekten an, sich Brutstätten zu suchen. Deshalb sollte das neue Zuhause jetzt einsatzbereit sein“, sagt Sven Wachtmann.

Wo hängt man ein Insektenhotel auf?

Dort, wo Sie einander nicht ins Gehege kommen. „Die Terrasse wäre ein denkbar schlechter Ort“, resümiert Sven Wachtmann. „Die Insekten würden sich von Ihnen gestört fühlen, und umgekehrt stören die Insekten Sie mit ihrem Flug. Suchen Sie also besser einen ruhigeren, weitgehend störungsfreien Ort.“ Schauen Sie, wo es halbwegs geschützt ist, sodass Wind und Wetter nicht ganz direkt Zugriff aufs Insektenhotel haben. „Es empfiehlt sich durchaus, ein kleines Dach oberhalb der Einflugschneise zu befestigen, damit der Regen nicht so schnell eindringen kann“, so der Garten-Profi.

Wenn möglich suchen Sie ein Plätzchen, das morgens viel Sonne abbekommt, den Rest des Tages aber eher im lichten Schatten liegt. „Eine Südost-Ausrichtung ist gut, weil die Insekten dann morgens aufgrund der Wärme leichter in die Gänge kommen“, weiß Sven Wachtmann. Dort, wo Sie das Insektenhotel aufhängen, muss aber auch ein freier Anflug gewährleistet sein. Die Insekten werden nicht kommen, wenn die Anreise – etwa an viel Gestrüpp vorbei – zu beschwerlich ist. Ideal ist also beispielsweise ein Baumstamm unterhalb eines größeren Astes. „Wenn Sie dafür einen Nagel einschlagen oder eine Schraube befestigen, macht dem Baum nicht aus“, weiß Sven Wachtmann. „Früher hat man ja gesagt, sowas würde den Baum schädigen, aber dem ist definitiv nicht so.“

Was muss man bei Nistkästen beachten?

Brutkästen gibt es derzeit quasi überall komplett fertig zu kaufen. Zugleich bekommen Sie auch Bausätze oder Anleitungen, letztere oftmals kostenlos im Internet, mit denen Sie ein Vogel-Zuhause selbst anfertigen können. Wie auch beim Insektenhotel sollten Sie auf naturbelassen, unlackierte Hölzer Wert legen. Unabhängig davon, ob Sie einen Nistkasten kaufen oder selber bauen: Informieren Sie sich, für welche Vogelart er geeignet ist. Je nach Vogelart ist das Einflugloch unterschiedlich groß, einige Vögel brauchen eine Stange, andere nicht.

Und auch die Höhe, in der der Brutkasten angebracht werden sollte, variiert von Art zu Art. Wenn Sie also wollen, dass ganz sicher Gäste ins Vogelhäuschen ziehen, sollten Sie sich über die Ansprüche der jeweiligen Art schlau machen. Als Faustregel gilt: Um die Vögel und ihre Brut vor Katzen, Mardern und Waschbären zu schützen, sollte der Nistkasten in einer Höhe von mindestens zwei Metern hängen und keine unmittelbaren Kletterhilfen (Vorsprung, Leiter, Ast) bieten. Machen Sie es Nesträubern schwer! Der NABU rät, unten in den Nistkasten mehrere kleine Löcher zur Belüftung und Entfeuchtung zu bohren.

„Außerdem ist es ganz wichtig, nicht mehrere Nistkästen zu nah beieinander aufzuhängen, weil die Vögel sonst unter Stress geraten und Revierkämpfe austragen“, so Sven Wachtmann. „Vögel brauchen ihr Territorium. Ein paar Meter Platz zum nächsten Nistkasten sind sinnvoll.“ Beim Aufhängen sollte das Einflugloch nicht nach Westen zeigen, weil das üblicherweise die Wetterseite ist – und Wasser in der Kinderstube mögen auch Vögel nicht, genauso wenig wie ständig pralle Sonne. Also verzichten Sie auch auf eine Süd-Ausrichtung. Gut geeignet sind demnach Nord- und vor allem Ostrichtungen.

In den anderen Teilen der Garten-Serie geht es um folgende Fragen: Wann und wie schneide ich Obstbäume, Hecken, Sträucher?, Wie lege ich einen Gartenteich an? Tomatenerde, Geranienerde: Was brauche ich wirklich?, Wie gelingt der Selbstversorger-Garten?, Welche Pflege brauchen Stauden im Frühjahr?, Wie pflege ich Rasen und Wiese?

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