Kreuzberg

„Es war ein langer Kampf“ - Dragoner-Areal geht an Berlin

Der Bund wollte das Grundstück an einen privaten Investor verkaufen.

BLZ
2 Min
Blick auf das Dragoner-Areal: Auf dem rund 47.000 Quadratmeter großen Grundstück sollen nach Plänen des Senats 200 bis 250 Sozialwohnungen entststehen.

Blick auf das Dragoner-Areal: Auf dem rund 47.000 Quadratmeter großen Grundstück sollen nach Plänen des Senats 200 bis 250 Sozialwohnungen entststehen.

© Günter Krawutschke

Der Bund wollte das Grundstück 2015 ursprünglich für 36 Millionen Euro - dem dreifachen Verkehrswert - an einen privaten Investor verkaufen. Auf Druck des Landes und des Finanzausschusses im Bundestag wurde das Geschäft gestoppt. Laut Medienberichten bekommt Berlin das Areal im Rahmen des neuen Hauptstadtvertrages - einer Finanzierungsvereinbarung zwischen Bund und Land - gratis.

Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) zeigte sich auf Anfrage zurückhaltend: „Wir kommentieren das nicht. Verträge sind erst Verträge, wenn sie unterzeichnet sind.“ Nach seinen Angaben könnten auf dem Dragoner-Areal „500 bis 800 Wohnungen“ entstehen. Zuletzt war daneben auch von einer Kita, einem Jugendtreff, Spielplätzen, Handwerk und Handel die Rede.

Am Mittwoch hatte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) mitgeteilt, dass Berlin durch den neuen Hauptstadtvertrag deutlich mehr Geld vom Bund für hauptstadtbedingte Ausgaben etwa für Sicherheit, Kultur und Infrastruktur erhält. Er bezifferte die Summe, die ab 2018 für zehn Jahre fließt, auf insgesamt rund zwei Milliarden Euro. Das seien pro Jahr 50 Millionen Euro mehr als im aktuellen Vertrag, der Ende 2017 ausläuft.

Teil der Vereinbarung sind dem Vernehmen nach auch Grundstücksangelegenheiten. Müller stellte eine baldige Unterzeichnung in Aussicht: „Wir werden das in den nächsten zwei, drei Wochen auch öffentlich abschließen können.“

Die Berliner Grünen-Bundestagsabgeordnete Lisa Paus warnte indes davor, in Sachen Hauptstadtvertrag und Dragoner-Areal schon die Sektkorken knallen zu lassen. „Die Verhandlungen standen schon mehrfach kurz vor dem Abschluss“, sagte sie. „Es ist ein Erfolg für alle Aktivistinnen, wenn das Dragonerareal an Berlin geht, aber prinzipiell keine Neuigkeit. Gute Stimmung machen allein reicht nicht. Jetzt muss der Hauptstadtvertrag endlich abgeschlossen werden.“

Der Name des Dragoner-Areals leitet sich von seiner früheren militärischen Nutzung ab. Von Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des Ersten Weltkriegs waren dort Dragoner-Regimenter, also berittene Soldaten, stationiert.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de

Lesen Sie mehr zum Thema