Keine Frage: Der deutsche Kulturbetrieb hat ein Antisemitismusproblem. Spätestens zur Kunstausstellung Documenta fifteen ist auf beschämende Weise deutlich geworden, wie wenig die Verantwortlichen der international herausragenden Kunstschau aus Kassel in der Lage waren, sich zu diesem Befund zu verhalten. Seither wird allen Ernstes darüber gestritten, ob im Namen der Kunstfreiheit die Abwehr judenfeindlicher Schmähungen im kulturpolitischen Feld zum Maß aller Dinge erhoben werden dürfe. Ein bisschen Antisemitismus also – für die Kunst?
Kommentar
Joe Chialos Antisemitismusklausel: Wie wirksam kann sie sein?
Wer vom Berliner Kultursenat Förderungen erhält, soll sich künftig eindeutig gegen Judenfeindlichkeit positionieren. Sollte das nicht selbstverständlich sein? Ein Kommentar.
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Joe Chialo (CDU), Berliner Senator für Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt
© Christoph Soeder/dpa