Damit könne man die Unterstellung ausräumen, es gäbe „eine Hierarchisierung der Opfer“. Künftig solle man jedoch ganz auf die Geste verzichten, da die Auswahl willkürlich werde und nahezu täglich erfolgen könnte, schrieb er weiter.
Der Senat hatte sich gegen Beleuchtung entschieden
Der Senat hatte sich am Montagabend dagegen entschieden, nach einem Anschlag mit mindestens 14 Toten in der St. Petersburger Metro das Brandenburger Tor in den russischen Nationalfarben anzustrahlen. St. Petersburg sei keine Partnerstadt von Berlin, hieß es. Davon solle nur in Ausnahmefällen abgewichen werden.
Die Entscheidung hatte am Dienstag für Kritik als „kalt“ oder „kleinlich“ in Kommentarspalten und Sozialen Medien gesorgt. Nach Anschlägen wie etwa in Paris, Brüssel, London, Istanbul (Partnerstädte von Berlin), aber auch Jerusalem war das Berliner Wahrzeichen aus Solidarität mit den Betroffenen in den jeweiligen Nationalfarben beleuchtet worden. Auch andere Hauptstädte verzichten mittlerweile auf ähnliche Gesten.
Der Senat verteidigt seine Entscheidung
Der Berliner Senat verteidigte am Dienstag seine Entscheidung. „Man kann Kondolenz und Trauer auch ausdrücken, ohne das Brandenburger Tor zu beleuchten“, sagte Senatssprecherin Claudia Sünder. „Es ist nicht der einzige Weg.“ Selbstverständlich fühle der Senat „in Verbundenheit und Anteilnahme“ mit den Menschen in der russischen Stadt.
Daher wollte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) noch am Nachmittag die russische Botschaft aufsuchen, mit dem Botschafter sprechen und Blumen für die Anschlagsopfer niederlegen.
Derartige Illuminierungen seien im Falle einer Städtepartnerschaft vorgesehen, wie zuletzt nach Attentaten in Paris, Brüssel, London oder Istanbul, sagte Sünder. Daneben seien für Orte mit besonderem Berliner oder historischem Bezug Ausnahmen gemacht worden. „In einen Wettstreit der Symbole zu treten, ist vielleicht nicht der einzige oder nicht der richtige Weg, um Trauer und Anteilnahme zu bekunden“, betonte die Senatssprecherin. (dpa)
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