Gelddiebstahl

Berlin-Lichtenberg: Urteil im Fall des 5-Millionen-Euro-Diebstahls bei Geldtransportfirma

Das Landgericht Berlin hat drei Männer wegen eines Diebstahls von mehr als fünf Millionen Euro bei einem Geldtransportunternehmen verurteilt. Ein Großteil der Beute bleibt verschwunden.

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Millionen-Diebstahl bei Berliner Geldtransporteur: Drei Cousins zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Millionen-Diebstahl bei Berliner Geldtransporteur: Drei Cousins zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

© Silas Stein

Das Landgericht Berlin hat drei Männer wegen eines besonders schweren Diebstahls bei einem Geldtransportunternehmen in Berlin-Lichtenberg zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Die beiden Brüder im Alter von 29 und 28 Jahren, die bei der bestohlenen Firma als Geldzähler beschäftigt waren, erhielten fünfeinhalb beziehungsweise fünf Jahre und drei Monate Haft. Ihr 37-jähriger Cousin wurde zu vier Jahren und drei Monaten verurteilt.

Zugleich ordnete das Gericht die Einziehung von Taterlösen in Höhe von 5,3 Millionen Euro an. Die Männer hätten die Tat „als Familie geplant und mit hoher krimineller Energie agiert“, sagte der Vorsitzende Richter Alexander Masuch laut Urteilsbegründung. Der 29-Jährige, gegen den die höchste Strafe verhängt wurde, sei „als Schichtleiter“ derjenige gewesen, der die Möglichkeit gehabt habe, den Tresor zu öffnen.

Beute auf mehrere Fluchtfahrzeuge verteilt

Nach den Feststellungen des Gerichts verpackten die beiden Brüder am 21. Dezember 2025 in den Räumen der Firma die Geldbeträge in Taschen und brachten sie aus dem Gebäude. Der Cousin half demnach beim Verladen in ein bereitgestelltes Fluchtfahrzeug. In Tatortnähe hätten weitere Familienmitglieder gewartet. Während die Brüder nach der Tat mit jeweils 50.000 Euro nach Bosnien-Herzegowina ausreisten, sollte der Cousin die Beute zählen und verstecken.

Laut Anklage wurde das Geld in Nebenstraßen auf weitere Fluchtfahrzeuge verteilt und an verschiedenen Orten in Berlin sowie im brandenburgischen Bad Freienwalde zwischengelagert. Mitte Januar stellten Ermittler 2,15 Millionen Euro im Keller einer Berliner Wohnung sicher. Mehr als drei Millionen Euro der Beute fehlen bis heute.

Geständnisse und offene Fragen zum Versteck

Die drei Angeklagten, die bosnische Wurzeln haben, räumten ihre Beteiligung vor Gericht ein und entschuldigten sich. Der 29-Jährige ließ über seinen Verteidiger erklären, unter Mitarbeitern der Firma sei „immer wieder mal die Fantasie entwickelt worden, was wohl wäre, wenn man nur eine Million davon hätte“. Er habe sich „auf die Gedankenspiele eingelassen“. Wo sein Cousin das Geld versteckt habe, könne er nicht sagen. Der 37-Jährige gab an, Verwandte der Brüder hätten mehrere gefüllte Taschen bei ihm abgeholt.

Einen Monat nach dem Coup hatte sich der 37-Jährige der Polizei gestellt, die Brüder kehrten knapp zwei Monate später aus Bosnien-Herzegowina nach Deutschland zurück. Seit ihrer Festnahme sitzen die drei Männer in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft hatte Haftstrafen zwischen dreieinhalb und sechseinhalb Jahren beantragt, die Verteidiger plädierten jeweils auf dreieinhalb Jahre. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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