Weniger diplomatisch sind die Reaktionen in der Facebook-Gruppe „Wir Hellersdorfer und Marzahner“. Dort hat eine Nutzerin zwei Fotos der falsch beschrifteten Schilder gepostet und damit eine Diskussion ausgelöst. Peinlich und beschämend finden manche den Beschriftungsfehler, andere spekulieren über die Einführung einer neuen Rechtschreibung oder amüsieren sich darüber, dass der Ort „Mahrzahn“ von ihrem Navi nicht gefunden werde.
Aufgefallen ist das Missgeschick auch bereits in der zuständigen Behörde, dem Verkehrsministerium des Landes Brandenburg. Man habe den Fehler zum Glück von alleine bemerkt, sagte Sprecher Steffen Streu am Donnerstag auf Anfrage. Eine Lösung des Problems sei ebenfalls schon in Auftrag gegeben worden. „Ich gehe davon aus, dass die Angelegenheit innerhalb von drei Tagen geregelt ist“, sagte er.
Die falsch beschrifteten Schilder seien im Rahmen einer Erneuerung von Hinweistafeln an der A 10 ohnehin nur als Provisorium angebracht worden.
Berliner Verkehrsverwaltung: Rechtschreibfehler auf Straßenschildern kämen selten vor
Nun würden sie durch korrekt beschriftete Marzahn-Schilder ersetzt. Keine offiziellen Angaben gab es am Donnerstag zu der Frage, wie viele Tafeln von dem Missgeschick betroffen sind. Allem Anschein nach wurden insgesamt vier Schilder mit der falschen Aufschrift an der Abfahrt Marzahn des Berliner Rings aufgestellt. Drei stehen an der Fahrbahn in Richtung Süden, die zum Dreieck Spreeau führt, mindestens ein weiteres in der nördlichen Fahrtrichtung zum Dreieck Barnim.
Wie hoch die Kosten sind, die durch das Missgeschick verursacht werden, konnte der Ministeriumssprecher am Donnerstag ebenfalls nicht sagen. Grundsätzlich gebe es aber die Möglichkeit, fehlerhafte Beschriftungen preisgünstig zu überkleben, statt gleich die ganze Hinweistafel auszutauschen.
Aus der Berliner Verkehrsverwaltung war zu erfahren, dass Rechtschreibfehler auf Straßenschildern ziemlich selten vorkommen. Er erinnere sich aus dem Kopf nur an einen 25 Jahre alten Fall und dieser habe sich nicht einmal in Berlin zugetragen, sagte der Verwaltungsmitarbeiter Derk Ehlert auf Anfrage.
Viele Beispiele für falsch beschriftete Verkehrsschilder aus dem ganzen Bundesgebiet findet man dagegen im Internet. „Stuttgard“ mit „d“, „Verkehrsfürung“ ohne „h“ und ein Kuh-Piktogramm mit dem Hinweis „Schafherde“ – darüber lachen die Nutzer von sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter.
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