Das als Modellprojekt konzipierte Haus der Statistik entwickelt sich fortlaufend weiter, und das Schild „Allesandersplatz“ ist wieder auf das Dach des Hauses A zurückgekehrt. Der Name geht auf die Vornutzer zurück: Seit 2019 wirkten am Haus der Statistik am Alexanderplatz mitten in Berlin unterschiedliche Initiativen, Kollektive, Vereine, Stiftungen und Institutionen in einem gemeinwohlorientierten Modellprojekt zusammen. Als „Allesandersplatz“ luden sie in künstlerischen, kulturellen und sozialen Formaten die Menschen dieser Stadt ein, das neu entstehende Quartier mitzugestalten. Ein Schwerpunkt lag dabei auf den darstellenden Künsten: Performer und Theaterschaffende probten und zeigten hier regelmäßig ihre Arbeiten.
Nun öffnet sich das Haus der Statistik für interessierte Besucher: Am 02. Juni lädt das Team des Haus der Statistik im Rahmen des Nachbarschafts-Stammtischs zu einer Führung sowie Einführung in den neu eröffneten Materialpark an der Otto-Braun-Straße ein. Der Materialpark bildet das physische Zentrum der Wiederverwendungspraxis am Haus der Statistik – aber er ist mehr als ein Lagerplatz: Er ist ein offenes Archiv, eine temporäre Bauausstellung, eine Werkstatt und ein Ort der Kommunikation. Zur besseren Planung wird um eine formlose Anmeldung an werkstatt@hausderstatistik.org gebeten – spontan kommen ist aber auch immer noch möglich.
Das Haus der Statistik ist ebenfalls weiter offen für neue Mieter: Initiativen, gemeinwohlorientierte Unternehmen und Kulturschaffende können sich um Räume in den geplanten Experimentierhäusern X1, X2 und X3 bewerben. Die Bewerbung ist bis zum 30. Juni 2025 online unter raumvergabe.hausderstatistik.org möglich.
Die Experimentierhäuser werden in den kommenden Jahren gebaut und bilden im Neubau ab 2028-2030 das Raumprogramm der Initiative Haus der Statistik ergänzend zu den Flächen im Bestandsgebäude (Haus A) ab. Die drei Gebäude bieten Raum für nachhaltiges Wirtschaften (X1), gesellschaftliches Lernen (X2) sowie inklusives Wohnen und gesunde Zukunft (X3). Sie erweitern das Quartier um Werkstätten, Bildungsorte, kulturelle Infrastruktur, soziale Einrichtungen, Gesundheitsversorgung und Arbeitsräume für Künstler. Die künftigen Nutzer werden sich in einer Betriebsgenossenschaft zusammenschließen, um das Modell einer selbstverwalteten und gemeinwohlorientierten Stadtentwicklung langfristig mitzutragen.
Das Auswahlverfahren wird von zwei unabhängigen, vielfältig besetzten Gremien begleitet. Die Auswahl erfolgt transparent und orientiert sich an inhaltlicher Passung, gesellschaftlicher Relevanz und wirtschaftlicher Tragfähigkeit. Gesucht werden Gruppen und Institutionen, die ein Verständnis für den Kontext des Modellprojekts Haus der Statistik mitbringen und deren geplante Nutzung gemeinwohlorientiert ist. Solidarität, Gemeinschaft und Teilhabe sollen dabei als zentrale Werte in der Nutzung zum Ausdruck kommen.
Bewerben können sich Kollektive, Unternehmen, Kultur- und Bildungseinrichtungen, Zusammenschlüsse von Künstlern, Kulturschaffende, soziale Träger, die besondere Wohnformen realisieren möchten, Genossenschaften sowie Akteuren aus dem Gesundheitsbereich. Gemeinnützigkeit ist ein Pluspunkt, aber nicht zwingend notwendig.
Die Ausschreibung erfolgt allerdings vorbehaltlich einer noch ausstehenden politischen Einigung: Die Verhandlungen mit der BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH und dem Land Berlin über die Konditionen der Erbbaurechtsverträge sind noch nicht abgeschlossen. Daher
findet die Vergabe noch vorbehaltlich statt und die zukünftigen Mieten und das benötigte Eigenkapital können noch nicht abschließend genannt werden. Ein Abschluss der Verhandlungen und die Beurkundung der Erbbaurechtsverträge ist für August 2025 geplant.
Das Haus der Statistik wurde bis 1970 bei der Neugestaltung des Ost-Berliner Stadtzentrums um den Alexanderplatz gebaut. Nach der Wiedervereinigung nutzten das Statistische Bundesamt und der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen den Gebäudekomplex. Danach stand er elf Jahre lang leer.
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