Sie heißen Pan Daijing, Daniel Lie, Hanne Lippard und James Richards und sie erhalten den aller zwei Jahre ausgelobten und überaus begehrten Preis der Nationalgalerie für junge Kunst. Dieser wird im Jahr 2024 erstmals statt an eine Person nun an vier Künstlerinnen und Künstler unter 40 Jahre und in Berlin ansässig, was Bedingung ist, vergeben.
Das neue Format des Preises, der schon seit Jahren nicht mehr mit einem Geldscheck, sondern stattdessen mit einer großen Schau der Nationalgalerie und einem Katalog dotiert ist, nimmt den Gedanken der Ausstellung als kollektiven Austausch auf und strebt die Erweiterung der Sammlung durch den Ankauf der vier Neuproduktionen an. Die Preisträgerinnen produzieren vier neue Arbeiten, die von April bis September des nächsten Jahres in einer gemeinsamen Ausstellung im Hamburger Bahnhof gezeigt werden.
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Dieses Beispiel ist in der Kunstwelt freilich nicht ganz neu. Schon 2019 entschied die Jury des renommierten britischen Turner Preises in London - zur Überraschung des ganzen internationalen Kunstbetriebs - die hochdotierte Merite an alle vier damaligen Kandidaten zu vergeben, „wider das Trennende“, so damals die Argumentation der Jury. Im Folgejahr, unter dem Einfluss der Covid 19-Pandemie wurde das Preisgeld (25.000 Pfund) dann schon unter zehn Kandidaten aufgeteilt. Und der Turner-Prize 2021 ging an das Belfaster Array Collective. 2022 indes war schon wieder Schluss mit dem Kollektivismus. Da stand die Bildhauerin Veronica Ryan wieder solo auf dem Podest in der Tate Modern und die Kritiker des neuen Prozedere waren endlich still.
In Berlin ist noch kein Gemeckere über eine „Preisverwässerung durchs Gießkannensystem“ zu vernehmen. Hier leben und arbeiten so viele Künstler aus aller Welt – die Rede ist von 40 000 -, dass es wohl gut ankommt, wenn künftig statt nur einer Position gleich vier junge Kunstschaffende diese Förderung erfahren.
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