Der Berliner Linke gilt als „reformorientiert und pragmatisch“ – das jedenfalls behauptet der RBB am Mittwoch in seiner „Abendschau“. Und das mochte man auch erst mal glauben, immerhin war zuvor von der Unruhe die Rede gewesen, die von der abtrünnigen Bundestagsabgeordneten Sahra Wagenknecht auch in diesen Landesverband gebracht worden sei. Dagegen, so könnte man annehmen, muss die Linke in der Hauptstadt ja sachorientiert sein.
Ganz anders klingt dann aber das, was der Berliner Fraktionschef gegen Ende des RBB-Beitrags sagt. Zwar dürfe kein Zweifel daran bestehen, dass die AfD „unser klarer politischer Feind“ sei, erklärt Carsten Schatz vor seinen Parteifreunden, um dann festzustellen: „Unser Hauptgegner in der politischen Auseinandersetzung ist die CDU.“ Und weiter: „Wir müssen die CDU aus dieser Regierung prügeln.“
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Das verspricht dann doch eher weniger eine sachorientierte Oppositionspolitik. Vielmehr muss man als Zuschauer an die frühere SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles denken, die 2017 nach der Bundestagswahl sagte, der CDU künftig „in die Fresse“ geben zu wollen – und diese Aussage später öffentlich bedauerte. Oder an den damaligen AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland, der im selben Jahr ankündigte, seine Partei werde Kanzlerin Angela Merkel „jagen“.
Von Gauland ist nicht bekannt, dass er diese Wortwahl rückblickend für falsch hält. Allerdings würden ihn auch die wenigsten als reformorientierten Pragmatiker bezeichnen – schon gar nicht die Öffentlich-Rechtlichen. Dass die Äußerung des Linke-Politikers Schatz ebenfalls mehr an Gewalt als an Politik erinnert, scheint allerdings auch dem RBB aufgefallen zu sein: „Martialisch oder nicht“, heißt es fragend am Ende des Beitrags – bis zur nächsten Berliner Abgeordnetenhauswahl habe die Linke nun drei Jahre Zeit, die Wähler zu überzeugen.
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