Bußgelder bringen nichts

Berlin: Stuttgarter Platz verwahrlost zusehends, Behörden hilflos

Müll, Spritzen, Wildpinkler: Orte, die anziehend auf die Drogen- und Obdachlosenszene wirken, werden für Anwohner und Passanten anstrengend.

Team News Mike Wilms dpa/mow
2 Min
Obdachlose unter einer Brücke am Stuttgarter Platz (Archivbild)

Obdachlose unter einer Brücke am Stuttgarter Platz (Archivbild)

© Berliner Zeitung/Gerd Engelsmann

„Vorrangiges Ziel“ sei weiterhin ein Drogenkonsumraum am Platz, „um die hygienischen Rahmenbedingungen der Drogensüchtigen zu verbessern und gleichzeitig die Beeinträchtigung der Bevölkerung durch weggeworfene Spritzen und andere Begleitumstände so gering wie möglich zu halten“. Wegen der Ablehnung der Vermieter in der Umgebung des Platzes sei das bisher nicht möglich gewesen. Das gleiche gelte für andere Standorte. Nun will der Bezirk einen Drogenkonsumraum in einem geplanten Fahrradparkhaus einrichten – etwa in „drei bis vier Jahren“.

Bußgelder für mittellose Menschen „wenig zielführend“

Für die Obdachlosen gebe es zahlreiche Unterstützung und Hilfe: Beratungsstellen, Notübernachtungen, Sozialarbeit vor Ort, ambulante medizinische Versorgung, Bahnhofsdienste und ein Angebot zur Körper- und Kleidungshygiene. Die Annahme der Angebote sei jedoch freiwillig, räumte der Bezirk ein. „Allerdings verfügt die soziale Arbeit über keine methodischen oder gesetzlichen Möglichkeiten, „wildpinkeln“ verbindlich zu unterbinden oder im Nachgang zu sanktionieren.“ Verwarn- oder Bußgelder seien „gegenüber obdach- und
mittellosen Menschen häufig wenig zielführend“.

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