Berlin-Tatort in der Twitter-Kritik

„Der Mörder steht voraussichtlich 2016 fest“

Am Sonntag lief im Ersten „Großer schwarzer Vogel“, der letzte Berliner Tatort mit Dominic Raacke als Kommissar Till Ritter. Wie immer wurde die Folge im Internet heftig kommentiert. Wie der BER ins Bild der letzten Episode passt? Eine Netzkritik.

Silvia Perdoni
3 Min

Die beste Nachricht wollte das Tatort-Blog in seiner Kritik zuerst verkünden. Sie lautete dort: „Das Internet ist in diesem Tatort mal nicht schuld.“ Das ist banal, aber stimmt. Denn in der 899. Folge „Großer schwarzer Vogel“ entstand der Krimistoff rein aus dem Zwischenmenschlichen, aus den Beziehungen der Akteure untereinander. „Keine Sternstunde, aber solide Unterhaltung“, so resümiert das Blog.

Los ging es mit einem kleinen Jungen, der in einem Treppenhaus Fußball spielte und Opfer eines Attentats wurde, als eine Briefbombe explodierte. Adressiert war der Brief an den Berliner Radiomoderator Nico Lohmann, der eine nächtliche Kummerkastensendung betreibt.

Immerhin die Musik begeisterte:

Wie wurde die Bombe gebaut? Mit einem „gängigem Rezept aus dem Internet“. Also doch das Internet.

Als Ritters Partner Felix Stark, gespielt von Boris Aljinovic, von dem Moderator alte Aufnahmen seiner Sendung bekam, fand er überraschend einen Hilfeanruf Ritters.

Dann gerieten haufenweise Täter ins Visier: Als erstes ein Unbekannter, der aus Wut über einen Ratschlag des Moderators kürzlich dessen Wagen zertrümmerte. Die Ermittler fanden ihn auf einer Baustelle.

Dann ein Marktstandbetreiber. Er verlor Frau und Tochter in einem Autounfall. Darin verwickelt: Moderator Lohmann.

Der Vater, der den ehemaligen Leistungsschwimmer Lohmann verbissen trainierte.

Verwirrung pur.

Und ständig überall Krähen, große schwarze Vögel.

Doch dann, gegen 21:30 Uhr, Erhellung:

Twitter-User mutmaßten, was sich die Tatort-Macher gegen Ende wohl gedacht haben könnten. Vielleicht schlicht:

Denn der vermeintliche Unfall des Moderators war ein Suizid-Versuch. Er raste bewusst in den Wagen auf dem anderen Fahrstreifen. Ein alter Bekannter des Vaters aus der NVA half, es wie ein Unfall aussehen zu lassen. Der Vater im Visier, dann die Wende: Die Ex-Freundin des Moderators kannte das Geheimnis, sie wollte Lohmann zurück.

Mit der Briefbombe hatte sie es auf Lohmanns neue, schwangere Freundin abgesehen, die mit ihm zusammen in der Wohnung lebte. Doch, wo war eigentlich Lohmann, als all das herauskam? Geknebelt auf Kartoffelsäcken im Kofferraum eines Gemüsetransporters...

Im Kofferraum eines außergewöhnlichen Gemüsetransporters...

Denn die Ex-Freundin des Moderators hatte auch bei dem Gemüsehändler gepetzt, der damals in dem Unfall Frau und Kinder verlor. Doch: „Ich kann es nicht“, bremste dieser plötzlich den Wagen ab und begann zu weinen. Die Gefahr war gebannt, das Ermittlerduo verhaftete den Gemüsehändler. Es folgte eine ausplätschernde Abschlussszene, kein pathetischer Abschied.

Bleibt eigentlich nur noch dreierlei zu klären. Erstens:

Zweitens:

Drittens:

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