Berlin-Tiergarten Französisches Gynasium : Zaun gegen Prostituierte, Freier und Drogensüchtige

Fäkalien, gebrauchte Spritzen oder benutzte Kondome gehören sicherlich nicht zu den Dingen, die sich Eltern auf dem Schulgelände ihrer Kinder wünschen. Ein 1,80 Meter hoher Zaun soll das traditionsreiche Französische Gymnasium in Tiergarten deshalb künftig vor Prostituierten, Freiern und Drogensüchtigen ...

BLZ
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Berlin - Fäkalien, gebrauchte Spritzen oder benutzte Kondome gehören sicherlich nicht zu den Dingen, die sich Eltern auf dem Schulgelände ihrer Kinder wünschen. Ein 1,80 Meter hoher Zaun soll das traditionsreiche Französische Gymnasium in Tiergarten deshalb künftig vor Prostituierten, Freiern und Drogensüchtigen schützen.

Denn das weitläufige Schulgelände grenzt unmittelbar an den Straßenstrich in der Kurfürstenstraße. „Es gab immer wieder Beschwerden über das widerrechtliche Betreten des Geländes durch schulfremde Personen, mitunter Prostituierte, zum Teil auch während des Tages“, sagte Mittes Schulstadtrat Carsten Spallek (CDU) am Montag zur Berliner Zeitung.

Noch in dieser Woche will Spallek in Gesprächen mit der Schulleitung klären, wo genau der Zaun verlaufen soll. Klar ist schon jetzt, dass der Bezirk Mitte dafür einen mittleren fünfstelligen Betrag aus dem Etat Schulbauunterhaltung eingeplant hat. Der Zaun wird nämlich deutlich teurer als üblich. „Er muss zu dem denkmalgeschützten Altgebäude angemessen gestaltet sein“, sagte Spallek. Deshalb werde der Zaun aller Voraussicht nach als Altdeutsches Schuppengeflecht oder auch als „Schinkelzaun“ errichtet.

Verlagerung des Strichs

Der Zaun ist auch deshalb nötig, weil sich der Straßenstrich wegen der regen Bautätigkeit an der Kurfürstenstraße zunehmend in die Seitenstraßen verlagert. „Die Prostituierten essen, stehen, trinken, hinterlassen den Müll, am späten Abend sieht es verdreckt aus“, sagte Stadtteilkoordinator Michael Klinnert, der die Entwicklung in der Gegend lange als Quartiersmanager begleitet hat. „Die Frauen haben keine Stationen, sich zu waschen oder sich zurecht zu machen, verrichten ihre Notdurft dort, wo es gerade passt.“

Jeden Morgen würden die vorwiegend aus Südosteuropa stammenden Frauen in Transport-Vans hergebracht. „Oft stehen sie dann auch direkt vor den Schulen“, sagte Klinnert. „Solange es Freier gibt, die sich Sex so billig kaufen, wird sich das Problem auch nicht lösen lassen“, resümiert der Stadtteilkoordinator. Auch Pädagogen und Eltern aus nahen Grundschulen und Kitas hatten sich bereits über die derart offen auftretenden Prosituierten und ihre Freier beschwert.

Bereits vor drei Jahren hatte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) bei einem Besuch des Französischen Gymnasiums auf die Problematik hingewiesen, teilte ihre Sprecherin mit. Von daher sei es gut, dass der Bezirk das Problem nun offensiv angehe.

Allerdings wird der Bezirk nicht mehr lange für das Französische Gymnasium zuständig sein. Ab dem Schuljahr 2018/19 soll die Schule, an der auch gut 30 vom französischen Staat bezahlte Muttersprachler unterrichten, zentral von der Bildungsverwaltung betrieben werden.

Wachschutz in Neukölln

Auch andere Schulen in Berlin schützen sich mit besonderen Mitteln. Im Bezirk Neukölln gibt es an einzelnen Schulen Wachschützer, die Schulfremden den Zugang ins Gebäude verweigern. Damit sollen vor allem Streitigkeiten zwischen verfeindeten Jugendgruppen verhindert werden. Auch soll so vermieden werden, dass Schüler bei Auseinandersetzungen gleich ihre älteren Brüder zu Hilfe holen.

Nachdem ein Erwachsener vor einigen Jahren eine Grundschülerin auf der Schultoilette in Gesundbrunnen missbraucht hatte, waren auch die Sicherheitsmaßnahmen an Grundschulen verschärft worden.

Mittes Stadtrat Spallek kündigte am Montag an, an weiteren Schulen für mehr Sicherheit zu sorgen. „Einbrüche, Vandalismus und das Beschmieren von zum Teil denkmalgeschützten Fassaden sollen so verhindert oder zumindest erschwert werden“, sagte der Stadtrat. In diesem Zusammenhang nannte er die Herbert-Hoover-Sekundarschule, die Leo-Lionni-Grundschule sowie das Diesterweg-Gymnasium in Wedding und Gesundbrunnen.

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