Berlinale-Bärenpost

Man muss die X-Szenen absoften

Beate Uhses neue Erotikserie wird auch in einer Softfassung produziert, bei der nicht zu viel Schweinkram gezeigt werden darf. Ein Regelwerk, das anscheinend nicht für die Filme der Berlinale gilt.

Jens Balzer
2 Min
Sex war ein großes Thema der diesjährigen Berlinale.

Sex war ein großes Thema der diesjährigen Berlinale.

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Auch in diesem Jahr hat sich die Berlinale ja schwerpunktmäßig dem Thema Geschlechtsverkehr gewidmet; es wurde in allen nur denkbaren Konstellationen und an allen möglichen und unmöglichen Orten gevögelt, in Schweinemastanlagen, Sterbehospizen und in Regionalzugtoiletten, unter Beteiligung von jungen Männern, minderjährigen Mädchen, greisen Gräfinnen, aber auch einem Zwerg mittleren Alters, der Schwester und Nichte in die Prostitution treibt. Angesichts all dieses Schweinkrams sehnte man sich nach ein paar Tagen doch nach ein wenig sauberem Sex. Groß war daher die Freude, als der Sender Beate Uhse TV am Donnerstag zu einer Party in seine Produktionsräume am Tempelhofer Damm lud.

Gefeiert wurde der Start der neuen Erotik-Soap-Opera „Cam Girl Farm“; die Hauptdarstellerinnen Julie Hunter, Lena Nitro, Sweet Selina und Sally Legs waren ebenso zur Premiere gekommen wie der Schauspieler und Co-Regisseur Conny Dachs. „Cam Girl Farm“ ist die aufwendigste und auch teuerste Erotikserie der letzten zehn Jahre! Das sagte jedenfalls der Geschäftsführer der verantwortlichen tmc Content Group, Andreas Fischer, in seiner Begrüßungsrede. Ebenso wie „Nymphomaniac“ von Lars von Trier, wird auch „Cam Girl Farm“in zwei verschiedenen Fassungen zu sehen sein: Für den Video-on-Demand-Sender Blue Movie Anytime wurde eine „Vollerotik-Version“ produziert, in der es „härter zur Sache geht“; auf dem Bezahlsender Beate Uhse TV läuft hingegen die Softfassung, die den strengen deutschen Jugendschutzregeln folgt.

Damit ein Erotikfilm nach diesen Regeln nicht als pornografisch eingestuft wird, müssen kleinste Details beachtet werden, wie Andreas Fischer erläuterte: „Man muss die X-Szenen absoften, es darf nicht zu laut gestöhnt werden, pumpende Musik ist nicht erlaubt. Aber auch das Drehbuch ist wichtig: Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass der Sex wider Willen, anonym oder gegen Bezahlung vollzogen wird.“ Darum wird man bei Beate Uhse TV auch niemals etwas von der Berlinale zu sehen bekommen: Die Filme dieses Festivals sind für den Sender einfach zu krass.

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