Berliner Basketballer siegen mit 97:77

Alba triumphiert auch gegen Bayreuth

Zweites Spiel, zweiter Sieg: Die Basketballer von Alba Berlin gewinnen auch gegen Bayreuth deutlich. Dennoch lief bei den Berlinern noch nicht alles rund.

Christian Schwager
4 Min
Die Bayreuther Spieler hatten gegen Alba oft das Nachsehen. Hier zieht Berlins Jordan Raylor an Jacob Odum vorbei.

Die Bayreuther Spieler hatten gegen Alba oft das Nachsehen. Hier zieht Berlins Jordan Raylor an Jacob Odum vorbei.

© imago/Bernd König Lizenz

Das muss jetzt auch noch gelingen, doch die Aussichten sind ja nicht schlecht. Montag in der Mittagszeit wird Kresimir Loncar in Berlin erwartet. Der 2,10 Meter große Basketballer wird sich seiner neuen Mannschaft vorstellen. Die bereitet sich dann schon auf die kommenden Aufgaben vor. Am Mittwoch tritt Alba Berlin zur Bundesligapartie in Göttingen an, am Sonnabend in Crailsheim. Loncar muss im Teamgefüge seinen Platz finden. Das müssen seine Kollegen auch, doch die sind immerhin schon mal auf einem guten Weg.

Albas Trainer Sasa Obradovic äußerte sich gestern zufrieden nach dem 97:77 (49:42)-Erfolg seiner Profis daheim in der Arena am Ostbahnhof gegen Bayreuth, dem zweiten Sieg im zweiten Spiel nach dem 74:54 am Donnerstag gegen Ulm. „Wir sind immer noch in der Findungsphase“, stellte Obradovic klar. „Wir haben unseren Rhythmus erst während des Spiels gefunden. Es gab Höhen und Tiefen, aber ich bin zufrieden.“ Vor allem die Einsatzbereitschaft habe ihm gefallen.

Wie bereits gegen Ulm, als die Berliner im dritten Viertel für einen Moment aus dem Tritt gekommen waren, verloren sie auch diesmal den Faden. Nach einem 24:11 zur ersten Pause ließen sie Bayreuth bis zur 16. Minute beim 33:27 auf sechs Punkte herankommen. 31 Punkte erzielten die Gäste in diesem zweiten Viertel. „Das Problem war aber, dass wir Alba nicht komplett fernhalten konnten“, sagte Bayreuths Trainer Michael Koch in seiner Nachbetrachtung. Durch die Guards, die zum Korb zogen, durch den Einsatz der Center, „haben wir zu viele, zu einfache Punkte am Brett kassiert“, sagte Koch. 44 Zähler erzielte Alba insgesamt in der Zone, Bayreuth dagegen nur 28.

Ein 18:0-Lauf

Nach dem Seitenwechsel änderte sich wieder das Bild. Der Vorsprung der Gastgeber war schon auf drei Punkte zusammengeschmolzen, da brachte sie ein 18:0-Lauf 69:48 in Führung. „Ich kann mir vorstellen, was in der Halbzeitpause passiert ist“, sagte Koch, der auf eine unmissverständliche Kabinenpredigt seines Kollegen Obradovic anspielte. Und dann sprach der Bayreuther wie zuvor der Berliner Coach von Höhen und Tiefen: „Man muss versuchen, diese Ausschläge so gering wie möglich zu halten.“ Genau dies habe Alba in den letzten beiden Vierteln getan.

Albas Abwehrarbeit war nun wieder aggressiv. Sinnbildlich mochte dafür ein Block des 1,85 Meter großen Will Cherry kurz vor der letzten Viertelpause gewesen sein. Der Guard war gegen Ulm der herausragende Akteur im Berliner Kader gewesen. Diesmal tat sich Jordan Taylor hervor, der nicht nur 17 Punkte erzielte, sondern auch sechs Defensivrebounds sammelte und sechs Assists gab. Er stand somit für die Verteidigung und das offensive Zusammenspiel seiner Mannschaft. „Beide sind ein Faktor, beide haben bereits ihre Erfahrungen gesammelt“, sagte Obradovic über die Guards, „aber beide sollten mit diesen zwei Spielen nicht zufrieden sein.“ Die Mannschaft befindet sich schließlich in der Findungsphase und: „Es gab auch heute noch zu viele Dinge, die nicht präzise genug waren.“

Immerhin konnte Obradovic alle zwölf Mann getrost zum Einsatz bringen. Auch Nachwuchskraft Robert Glöckner durfte zum zweiten Mal in der Schlussphase mitwirken. „Sogar mit den Bankspielern konnte ich zufrieden sein“, sagte Obradovic. Kapitän Alex King etwa, gut 21 Minuten auf dem Parkett, gab im dritten Durchgang mit zwei Distanztreffern die Initialzündung zu Albas vorentscheidendem Lauf.

Weiter geht’s, das ist nun Obradovics Botschaft. Seine Devise lautet: „Schritt für Schritt.“ Den nächsten machen sie heute. Wenn Kresimir Loncar kommt.

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