Analyse

200.000 Berliner betroffen: Der Pflegeversicherung geht im Oktober das Geld aus

Zahlungen an Pflegebedürftige werden zunächst nicht ausfallen. Der Bund hat 3,2 Milliarden Euro geliehen – und genau darin liegt das eigentliche Problem.

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Eine Seniorin geht am Rollator über den Flur eines Pflegeheims: Die Pflegeversicherung verzeichnet ein Millionen-Defizit im ersten Halbjahr 2026.

Eine Seniorin geht am Rollator über den Flur eines Pflegeheims: Die Pflegeversicherung verzeichnet ein Millionen-Defizit im ersten Halbjahr 2026.

© Sebastian Kahnert/dpa

Die Pflegeversicherung befindet sich weiter in der Krise. Seit diesem Montag steht fest: Das Defizit beträgt 770 Millionen Euro allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres. Der GKV-Spitzenverband rechnet damit, dass die Einnahmen der sozialen Pflegeversicherung voraussichtlich im Oktober nicht mehr ausreichen, um die Leistungen vollständig zu bezahlen. Bis zum Jahresende fehlen dann rund 500 Millionen Euro. Verbandschef Oliver Blatt sprach von „Alarmstufe Rot".

Pleite im wörtlichen Sinn bedeutet das nicht. Die Pflegeversicherung kann sogenannte Liquiditätshilfen aus dem Ausgleichsfonds beziehen. Auszahlungen an Pflegebedürftige fallen somit nicht aus.

Doch der finanzielle Puffer, aus dem diese Hilfen kommen, ist selbst nur geliehen: Der Bund hat für 2026 ein überjähriges Darlehen in Höhe von 3,2 Milliarden Euro bereitgestellt. Erst dadurch schrumpft das erwartete Jahresdefizit auf 1,2 Milliarden Euro. Ohne das Darlehen läge das Minus nach Rechnung des Spitzenverbandes bei 4,4 Milliarden Euro. Der Beitragssatz liegt derzeit bei 3,6 Prozent, für Kinderlose bei 4,2 Prozent.

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