Der Berliner Stand-up-Comedian Tutty Tran ist nach eigenen Angaben am Wochenende auf offener Straße rassistisch beleidigt und körperlich angegriffen worden. „Ich wurde beleidigt und geschlagen – nur, weil ich so aussehe, wie ich aussehe“, schrieb der 37-Jährige am Dienstag auf Instagram. Dazu veröffentlichte er ein Foto, das ein blau verfärbtes, verletztes Auge zeigt. Teile seiner Braue und Schläfe sind mit einem Pflaster abgedeckt. Der Comedian, Sohn vietnamesischer Eltern, sprach offen von einem rassistischen Angriff.
Er sei mit den Worten „Du scheiß Schlitzauge“ beschimpft worden – ein Satz, den er „in seinem Leben schon zu oft gehört“ habe. Er habe versucht, ruhig zu bleiben und mit Worten zu reagieren, doch diesmal habe das nichts bewirkt. „Manche Menschen wollen gar nicht reden. Sie wollen verletzen“, schrieb Tran. Er teile die Aufnahmen nicht, um Mitleid zu bekommen, sondern um auf das Thema aufmerksam zu machen: „Ich teile es, weil Wegsehen nichts ändert – und weil ich glaube, dass Kunst, Humor und Offenheit stärker sind als Hass.“
„Ich bin nicht allein“
Tutty Tran machte deutlich, dass er sich nicht nur selbst verteidigt habe, „sondern auch für alle Vietnamesen, alle anderen Asiaten – und für alle, die sowas Tag für Tag erleben müssen“. Trotz der Verletzungen wolle er weiterhin auftreten, betonte der Comedian, der derzeit mit seinem Programm „Wok-Life-Balance“ in Deutschland tourt. „Ich bin nicht allein. Und du bist es auch nicht. Wir sind mehr als jeder Spruch. Mehr als jeder Übergriff“, schrieb er.
Tutty Tran wurde in Berlin als Sohn vietnamesischer Eltern geboren und ist seit Jahren erfolgreich als Comedian und Influencer aktiv. Über 700.000 Menschen folgen ihm auf Instagram. Bekannt wurde er durch Auftritte im „Quatsch Comedy Club“, in TV-Shows wie „Die besten Comedians Deutschlands“ und zuletzt durch eine Rolle in Michael „Bully“ Herbigs Kinofilm „Das Kanu des Manitu“.
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